Berlin wird Zero Waste City: Abfall vermeiden und die Umwelt schützen

Pressemitteilung vom 05.11.2019

Aus der Sitzung des Senats am 5. November 2019:

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, den Bericht zum Thema „Abfallpolitik auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft – Berlin wird Zero Waste City“ beschlossen. Das Abgeordnetenhaus hatte den Senat per Beschluss vom 17. Mai 2018 aufgefordert, eine Strategie zur Transformation der Berliner Abfallwirtschaft zu einer modernen Kreislaufwirtschaft unter dem Leitbild „Zero Waste“ zu erarbeiten. Dieses Leitbild setzt bei der Abfallvermeidung an: Abfälle sollen nach Möglichkeit erst gar nicht entstehen.

In dem Bericht stellt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eine Vielzahl von Initiativen und Projekten zur Abfallvermeidung dar, die seit 2018 vorangebracht und umgesetzt wurden. Der Schwerpunkt liegt darauf, einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung der Abfallvermeidung und Wiederverwendung von Produkten zu vermitteln. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) und anderen Akteurinnen und Akteuren der Abfallwirtschaft, Initiativen für Wiederverwendung, Bildungseinrichtungen und der Stadtgesellschaft.

Darüber hinaus wird der Senat noch in diesem Jahr über das Abfallwirtschaftskonzept (AWK) 2020-2030 beraten, das eine konkrete und umsetzbare Zero-Waste-Strategie beinhaltet, die stärker als bisher auf den Ausbau der Abfallvermeidung und Wiederverwendung sowie des Recyclings abzielt. Nach dem Senatsbeschluss wird das Abfallwirtschaftskonzept 2020-2030 dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung übersendet werden.

Senatorin Günther: „Wir entwickeln für Berlin eine moderne und umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft. Es geht darum, weniger Abfall zu erzeugen und Reststoffe als Rohstoffe wieder zu nutzen. Damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Nur wenn wir uns schnell von der Wegwerfgesellschaft verabschieden, werden wir zu einer nachhaltigen Entwicklung kommen können.“

Viele der vom Abgeordnetenhaus vorgeschlagenen Maßnahmen zur Vermeidung von Abfällen wurden bereits 2018 bzw. 2019 begonnen oder im Pilotmaßstab getestet. Hier eine Auswahl:

  • Initiative Re-Use Berlin
    Unter dem Motto „Wiederverwenden statt wegwerfen“ hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bereits im vergangenen Jahr die Initiative Re-Use Berlin gestartet.
    Neben Sammel- und Verkaufsaktionen von gut erhaltenen Gebrauchtwaren wurden 2018 und 2019 zahlreiche Veranstaltungen, Bildungsangebote und ein Ideenwettbewerb durchgeführt. Damit konnte das Bewusstsein der Berlinerinnen und Berliner für nachhaltigen Konsum gestärkt werden.
    Weitere Informationen auf www.berlin.de.
  • Die Biotonne
    Die Verwertung von Bioabfällen aus den Küchen und Gärten der Stadt bietet großes Potenzial, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern: Rund die Hälfte des Mülls, der in die graue Restmülltonne wandert, ist organisch verwertbar. Daraus lassen sich klimafreundliches Biogas und Kompost gewinnen. Seit dem 1. April 2019 ist die Biotonne in Berlin verpflichtend eingeführt worden. Nun werben BSR und Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für die Nutzung der Biotonne. So hat die Senatsverwaltung eine Informationskampagne in gartenreichen Wohngegenden gestartet, um Eigenkompostierer für die Nutzung der Biotonne zu gewinnen. Weitere Informationen auf www.berlin.de.
  • Modellversuch zur Vermeidung von Speiseabfällen in der Gastronomie
    Wie eine Untersuchung im Auftrag der BSR ergab, enthält das Restmüllaufkommen von Gastronomiebetrieben noch bis zu 70 Prozent Speiseabfälle. Vor allem bei kleinen und mittleren Gastronomiebetrieben erfolgt noch keine ausreichende Getrenntsammlung von Speiseabfällen. Im Rahmen eines Modellversuchs der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz werden in Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf Gastronominnen und Gastronomen beraten, um die Getrenntsammlung von Speiseabfällen deutlich zu steigern.
  • Initiative Better World Cup
    Die Initiative Better World Cup wirbt für den Umstieg auf den Mehrwegbecher. Seit dem Start im Juli 2017 konnten berlinweit über 1.000 gastronomische Einrichtungen gewonnen werden, die Kaffee in mitgebrachte Mehrwegbecher ihrer Kundinnen und Kunden füllen und dafür einen Rabatt geben. Der Better World Cup macht es leicht, den Kaffee unterwegs umweltfreundlich zu genießen. Mehr Informationen dazu auf den Internetseiten der Initiative.
  • Umweltbildung
    Das Projekt „Zero-Waste-Strategie an Leuchtturmschulen“ bietet seit 2018 Workshops für Schülerinnen und Schüler. Vermittelt wird Wissenswertes rund um die Themen Rohstoffe, Abfallwirtschaft, Ressourcenschutz, Recycling und Kreislaufwirtschaft. Bei einer anschließenden „Entdeckerreise” durch ihr Schulgebäude lernen die Teilnehmenden die wichtigsten Abfallströme und eigene Handlungsmöglichkeiten für die aktive Umsetzung von Zero Waste kennen. Weitere Informationen auf www.berlin.de.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Internet auf den Seiten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.