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Müller zum Tod von Hanni Lévy

Pressemitteilung vom 23.10.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat mit Betroffenheit vom Tod von Hanni Lévy erfahren:

„Mit Hanni Lévy ist eine Berlinerin verstorben, die in der Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung hart um ihr Überleben ringen musste. Sie ist nur durch einen Zufall 1943 ihrer Deportation entgangen. Hanni Lévy war eine der letzten der rund 1700 Jüdinnen und Juden, die uns davon berichten konnten, wie sie in Not und Angst die nationalsozialistische Zeit mitten in Berlin im Versteck verbracht haben. Hanni Levy hat ihre Geschichte in einem Buch, in einem Film und vor allem vor jungen Menschen erzählt.“

Müller: „Die bemerkenswerteste Leistung Hanni Lévys liegt darin, dass sie es als großes Anliegen für sich selbst gesehen hat, zu betonen, dass nicht alle Deutschen Mörder waren. Sie war der ‚Gedenkstätte Stille Helden’ in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand eng verbunden. Es lag ihr am Herzen, dass ihre drei Helferinnen in dunkler Zeit 1978 in die Liste der Gerechten unter den Völkern aufgenommen wurden. Und Hanni Lévy setzte sich für die Gedenktafel am Haus der Familie Kolzers in der Nollendorfstraße ein, die sie gerettet hat.“

Der Regierende Bürgermeister weiter: „Hanni Lévy wurde vom Senat mit dem Berliner Landesorden ausgezeichnet, die Aushändigung sollte am 1. Oktober erfolgen. Deshalb macht mich die Nachricht von ihrem Tod umso betroffener. Dass sie jetzt gestorben ist, macht einmal mehr deutlich, wie wichtig für uns Nachgeborene das Vermächtnis der Zeitzeugen ist, die uns bald nicht mehr selber authentisch erzählen können, wie sie die nationalsozialistische Verfolgung und den Holocaust überlebt haben. Umso mehr sind wir verpflichtet, im Sinne von Hanni Lévy niemals zu vergessen, was ihr und ihren Angehörigen, den Juden unserer Stadt und Europas zugefügt wurde. Ihr Vermächtnis ist, dass wir Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie tagtäglich verteidigen.“