Müller zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs

Pressemitteilung vom 29.08.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939:

„Von Berlin ist der Zweite Weltkrieg ausgegangen, und nach Berlin ist er zurückgekehrt – dafür stehen die Jahreszahlen 1939 und 1945. Berlin war der Ort, an dem die nationalsozialistische Regierung ihren verbrecherischen Krieg geplant und gesteuert hat, der als ersten unseren polnischen Nachbarn unendliches Leid und Zerstörung gebracht hat. Es ist deshalb keineswegs selbstverständlich, dass 2019 zum 80. Jahrestag des Anfangs des deutschen Angriffskriegs gegen Polen auch deutsche Repräsentantinnen und Repräsentanten zu den Feierlichkeiten am 1. September auf der Westerplatte bei Danzig geladen worden sind. Das ist und bleibt eine Geste der Versöhnung, die wir unsererseits nicht hoch genug bewerten können. Gerade Berlin als deutsche Hauptstadt ist den polnischen Gastgeberinnen und Gastgebern für diese Einladung dankbar.“

Müller weiter: „Ausgehend vom klaren und eindeutigen Bekenntnis deutscher Schuld und deutscher Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und für den auch auf polnischem Territorium durch Deutsche begangenen Massenmord an den europäischen Juden müssen und werden wir an einer gemeinsamen europäischen Zukunft bauen. Dabei ist es Berlin als ‚Stadt der Freiheit‘ vollauf bewusst, welche große historische Bedeutung Freiheitswille und Opferbereitschaft von Polinnen und Polen auch für den Fall der Berliner Mauer haben, dessen 30. Wiederkehr wir in diesem Jahr begehen. Unvergessen ist auch die zentrale Rolle der Gewerkschafts- und Streikbewegung der Solidarność, die 1980 in der Leninwerft in Danzig ihren Anfang genommen hat. Im Bewusstsein deutscher Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und mit großer Dankbarkeit für den unverzichtbaren polnischen Beitrag zu Mauerfall und Einheit nimmt Berlin als deutsche Hauptstadt die Beziehungen zu Polen insgesamt, zu Danzig und insbesondere zu seiner Partnerstadt Warschau immer als besonders wichtig und wertvoll wahr.“

Nach der Teilnahme Müllers an der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag des Aufstands der Polnischen Heimatarmee gegen die nationalsozialistische Besatzung in der Partnerstadt Warschau am 31. Juli 2019 wird das Land Berlin bei der Gedenkfeier auf der Westerplatte am 1. September durch die Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli, vertreten.