Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Inhaltsspalte

Fortschreibung des Personalaufbaukonzepts: Wichtige Erkenntnisse über die künftige Personalstruktur und den konkreten Bedarf

Pressemitteilung vom 06.08.2019

Aus der Sitzung des Senats am 6. August 2019:

Das Personalaufbaukonzept soll fortgeschrieben werden. Denn es liefert wichtige Erkenntnisse über die künftige Personalstruktur und den konkreten Personalbedarf. Beispielsweise scheiden bis 2026 knapp 35.200 Beschäftigte altersbedingt aus. Das geht aus einem Bericht hervor, den der Senat heute auf Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz zur Kenntnis genommen hat.

Senator Dr. Kollatz: „Der Personalaufbau hat viele Facetten. Umso wichtiger ist es, angesichts der großen personellen Herausforderungen künftige Personalstrukturen zu kennen und konkrete Bedarfe zu ermitteln. Das aktuelle Konzept liefert uns wichtige Erkenntnisse darüber, wie wir erfolgreich auf demografische Veränderungen und das starke Bevölkerungswachstum reagieren. Denn bis 2026 scheiden fast 29 Prozent der rund 121.700 Beschäftigten altersbedingt aus. Gleichzeitig wächst Berlin erfreulicherweise um bis zu 40.000 Menschen pro Jahr. Damit steigen allerdings auch die Erwartungen und Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Verwaltung.“

Mit dem Senatsbeschluss zum Doppelhaushalt für 2020 und 2021 wurde bereits ein Mehrbedarf an rund 4.100 Stellen als Aufwuchs anerkannt. Schwerpunktbereiche sind vor allem die Lehrkräfte (831), Polizei (868), Finanzämter (388), Feuerwehr (410), Gerichte, Amts- und Staatsanwaltschaften (162) und Justizvollzugsanstalten (88). Eine große Rolle bei der Deckung dieses Mehrbedarfs spielen Neueinstellungen. Von 2016 bis 2018 konnten die Einstellungen massiv beschleunigt und die Einstellungszahlen somit um rund 1.400 Vollzeitäquivalente im Vergleich zu 2016 erhöht werden. Das entspricht einer Quote von rund 18 Prozent.

„Wir müssen immer wieder neue Wege finden, um dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen und handlungsfähig zu bleiben. Dass wir dazu in der Lage sind, zeigt die Statistik: Seit 2014 haben wir knapp 10.000 Beschäftigte hinzugewonnen. Das ist ein Personalzuwachs um rund 9 Prozent. In dieser Größenordnung werden wir uns auch in den kommenden zwei Jahren bewegen müssen, um das ausscheidende Personal zu kompensieren und zugleich den personellen Mehrbedarf zu decken“, so Dr. Kollatz.

Die Zahl der Ausbildungsplätze wurde beispielsweise konstant gesteigert. Im unmittelbaren Landesdienst Berlins waren 2018 insgesamt 9.910 Plätze besetzt. Das sind rund 200 Plätze mehr als 2017. 2016 lag die Zahl der Ausbildungsplätze bei rund 9.500. Dieser Anstieg spiegelt sich auch in den stetig steigenden Ist-Ausgaben der Ausbildungsmittel wider. Im Jahr 2018 wurden rund 156 Mio. € an Ausbildungsmitteln verausgabt. Das waren 16 Mio. € mehr als 2017. Das Bevölkerungswachstum bekommen aber auch die Berliner Bezirke zu spüren. Daher werden den Bezirken Handlungsspielräume eröffnet, vor allem für personalpolitische Entscheidungen. Die Richtlinien der Regierungspolitik sehen hierfür eine Erhöhung des Bezirksplafonds um 360 Mio. € bis zum Ende der Legislaturperiode vor.

Neben den quantitativen Aspekten gibt es aber auch qualitative Instrumente, um das ausscheidende Personal und den personellen Mehrbedarf zu kompensieren. Diese setzen vor allem bei der Personalentwicklung und der Einstellung von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern sowie Nachwuchskräften an. Neben der Ausweitung eines attraktiven Ausbildungsangebotes geht es hierbei vor allem um spezielle Rekrutierungswege und Qualifizierungsprogramme und die Präsenz auf Ausbildungs- und Karrieremessen. Duale Studiengänge, Stipendienprogramme und Praktika für Schülerinnen und Schüler sowie Werkstudierende tragen ebenfalls erfolgreich zur Rekrutierung von Nachwuchskräften bei.

Hintergrundinformation:
Ein Vollzeitäquivalent ist eine Maßeinheit im Personalwesen. Diese wird mithilfe des Arbeitszeitfaktors, der sich aus dem Verhältnis der individuellen Arbeitszeit aller Beschäftigten, also von Voll- oder Teilzeitkräften, und der gesetzlich beziehungsweise tariflich festgelegten regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ergibt, berechnet. Die individuellen Arbeitszeiten werden addiert und durch die Arbeitszeit eines oder einer in Vollzeit Beschäftigten geteilt. Ein Rechenbeispiel: 5 Halbtagsstellen und 2 Ganztagsstellen ergeben 4,5 Vollzeitäquivalente.