Müller und Kolat zum Welt-AIDS-Tag: „Berlin ist bei der AIDs-Bekämpfung auf der Überholspur.“

Pressemitteilung vom 30.11.2017

Berlin bleibt Vorreiter bei der Bekämpfung von AIDS/HIV. Zum Welt-AIDS-Tag, der morgen am 1. Dezember begangen wird, bekräftigen der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Gesundheitssenatorin Dilek Kolat das Ziel, AIDS in Berlin bis zum Jahr 2020 zu beenden. Müller: „Wenn wir AIDS wirksam bekämpfen wollen, müssen wir mit der Diskriminierung von Menschen mit HIV und Aids Schluss machen. Denn solange Menschen mit HIV und Aids Angst vor Ablehnung haben müssen, so lange wird es Menschen geben, die sich nicht testen oder behandeln lassen.“

Die deutsche Hauptstadt, vertreten durch den Regierenden Bürgermeister, ist 2016 der Fast-Track-Cities-Initiative um Aids zu beenden beigetreten. In der Initiative haben sich weltweit rund 70 Städte mit vielen infizierten Bürgerinnen und Bürgern zusammengeschlossen. Die Ziele können mit den Zahlen 90-90-90-0 zusammengefasst werden: Bis zum Jahr 2020 sollen 90% aller Infizierten ihren HIV-Status kennen, von diesen wiederum 90% in einer antiretroviralen Behandlung sein und bei 90% der Behandelten keine HIV-Retroviren feststellbar sein. Darüber hinaus setzt sich die Initiative für Null-Toleranz gegen Diskriminierung von HIV-Betroffenen ein.

Gesundheitssenatorin Kolat: „Wir wollen AIDS in Berlin beenden. Dazu müssen wir noch stärker für HIV-Tests werben und auch die Prävention verstärken. Ich freue mich daher besonders, dass im kommenden Haushalt die Mittel für HIV-Tests deutlich erhöht werden und es möglich sein wird einen Modellversuch für Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), die vor Ansteckung mit dem HIV-Virus schützen kann, zu finanzieren.“

Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) lebten in Berlin im vergangenen Jahr geschätzt 15.900 Menschen mit HIV/Aids. Von ihnen haben 14.200 eine HIV-Diagnose erhalten und ca. 12.400 sind in antiretroviraler Therapie. Die Zahl der Neuinfektionen wird auf 380 geschätzt. Die größte betroffene Gruppe sind Männer, die Sex mit Männern haben (74%), ein Zehntel der Infizierten haben sich über heterosexuelle Kontakte angesteckt, bei 12% wurde bei intravenöser Drogengebrauch als Übertragungsweg angegeben.

Damit die Ziele der Initiative erreicht werden können, hat die für Gesundheit zuständige Verwaltung alle wichtigen Akteure der Prävention und Versorgung zu Workshops an einen Tisch geholt. Gemeinsam soll die Präventions- und Versorgungsstrategie weiterentwickelt werden. So haben zum Beispiel neue Medikamente wie die Prä-Expositions-Prophylaxe in Großbritannien und den USA schon zu deutlichen Rückgängen von HIV-Infektionen geführt. Bei der Versorgung sollen die Leistungen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und die Angebote freigemeinnütziger Träger noch besser aufeinander abgestimmt werden. So kann eine bestmögliche medizinische Behandlung mit sinnvoller psychosozialer Versorgung ergänzt werden. Der Senat hat es sich außerdem zur Aufgabe gestellt, auch nicht-versicherten Menschen eine medizinische Versorgung bereitzustellen. Gerade für Menschen mit HIV und Aids ist eine solche Versorgung notwendig, da behandelte Klienten das Virus nicht weitertragen.