Sprachliche Vielfalt in Berlin als Reichtum begreifen und im Unterricht weiterentwickeln!

Pressemitteilung vom 21.11.2017

Aus der Sitzung des Senats am 21. November 2017:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung einen Bericht an das Abgeordnetenhaus zur Förderung von Mehrsprachigkeit beschlossen, der von der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, eingebracht wurde.

Ziel ist es, auf Grundlage des Gesamtkonzepts zur Förderung der Mehrsprachigkeit perspektivisch für Berliner Schülerinnen und Schüler ein breites und auf den Bedarf zugeschnittenes Unterrichtsangebot für verschiedene Herkunftssprachen zur Verfügung zu stellen.

Standorte mit Zügen der Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB) in der Sprachkombination Deutsch-Türkisch sind bereits in Kreuzberg an der Aziz-Nesin-Grundschule und der Carl-von-Ossietzky-Schule eingerichtet. Gegenwärtig wird der Bedarf an weiteren Sprachen und neuen SESB-Zügen an bestehenden Grundschulen, insbesondere in den östlichen Bezirken, bei der Regionalen Schulaufsicht und den Schulträgern abgefragt.

Seit dem Schuljahr 2014/2015 läuft das Berliner Pilotprojekt „Herkunftssprache Arabisch“ erfolgreich an vier Grundschulen (Wedding-Grundschule, Grundschule am Fliederbusch, Erika-Mann-Grundschule, Carl-Bolle-Grundschule) – im Schuljahr 2017/18 derzeit mit 215 Schülerinnen und Schülern in 18 Lerngruppen.

Zurzeit wird muttersprachlicher Ergänzungsunterricht (MEU) durch diplomatische Vertretungen in Form des sogenannten Konsulatsunterrichts – mehrheitlich als MEU Türkisch (an 90 Grundschulen, vier Grundstufen von Integrierten Sekundarschulen für 2.239 Schülerinnen und Schüler), gleichfalls Portugiesisch, Italienisch, Mazedonisch, Serbisch – in neun Bezirken angeboten.

Eine Abfrage in den Bezirken soll Aufschluss darüber geben, in welchem Umfang und in welchem Bezirk Bedarf besteht, ein Sprachangebot für verschiedene Herkunftssprachen einzurichten. In einem ersten Schritt ist eine Ausweitung der eigenen Angebote für Türkisch und Arabisch geplant. Die Umsetzungsschritte werden derzeit hinsichtlich der erforderlichen fachlich-inhaltlichen, personellen und finanziellen Ressourcen ausgearbeitet. Geprüft wird, an welchen Standorten, in welchem Umfang, mit welchen Lehrkräften und curricularen Konzepten das Herkunftssprachen-Angebot ausgeweitet werden kann.

Zunächst sollen insbesondere Lehrkräfte eingesetzt bzw. weiter qualifiziert werden, die bereits im Land Berlin angestellt sind und über muttersprachliche bzw. muttersprachenähnliche Kompetenzen in den in Frage kommenden Herkunftssprachen verfügen.

Der Start mit eigenen Sprachunterrichtsangeboten Türkisch parallel zum Angebot des türkischen Generalkonsulats ist für das zweite Schulhalbjahr 2017/18 geplant.