Aktualisiertes Personalbedarfskonzept für leistungsfähigen öffentlichen Dienst – Jährlich bis zu 6.000 Neueinstellungen nötig

Pressemitteilung vom 18.07.2017

Aus der Sitzung des Senats am 18. Juli 2017:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung das Personalbedarfskonzept für die Jahre 2017 bis 2025 aktualisiert und dem prognostizierten Bedarf angepasst. Der Schwerpunkt der vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller und von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen eingebrachten Vorlage liegt auf Maßnahmen der Personalgewinnung, -entwicklung und -ausbildung.

Senator Dr. Kollatz-Ahnen: „Berlin steht vor großen personellen Herausforderungen. Das liegt zum einen an den demografischen Veränderungen, die hohe Ausscheidensquoten im öffentlichen Dienst zur Folge haben. Zum anderen steigen mit dem erfreulichen Wachstum der Stadt Erwartungen und Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Das aktualisierte Personalbedarfskonzept trägt der Entwicklung etwa mit Maßnahmen zur schnelleren Personalrekrutierung Rechnung. Ich bin zuversichtlich, dass das Land Berlin dem hohen Personalbedarf entsprechen und künftig einen noch leistungsfähigeren öffentlichen Dienst gewährleisten kann.“

Bis Ende 2024 werden rund 34.500 Beschäftigte altersbedingt ausscheiden, jedes Jahr durchschnittlich etwa 4.000 Beschäftigte. Insbesondere in fachspezifischen Bereichen wie Bauen, Planen und Vermessen sowie Jugend und Soziales besteht großer Handlungsbedarf. Hier liegen die Ausscheidensquoten bei 45 beziehungsweise 40 Prozent bis zum Ende des Jahres 2024. Mit dem Wachstum der Stadt und einem prognostizierten Bevölkerungswachstum um rund 164.000 bis Ende 2024 steigen auch die Anforderungen an die öffentliche Verwaltung.

Schwerpunkte bei Schule, Sicherheit und Wohnen

Das Personalbedarfskonzept setzt daher bei Maßnahmen zu einer verbesserten Effizienz bei der Personalentwicklung sowie der Einstellung von Quereinsteigern und Nachwuchskräften an. Jährlich sind bis zu 6.000 Neueinstellungen nötig, um sowohl die Zahl des ausscheidenden Personals als auch den Mehrbedarf an Personal zu kompensieren. Die Zahl berücksichtigt außerdem erhöhten Personalbedarf in bisher unterausgestatteten Bereichen. Konkret geht es beispielsweise um die Vermittlung technischen Know-hows der Beschäftigten und um Themen wie Schulbau und Schulsanierung. Mehr als 40 Schulen müssen neu errichtet, Hunderte saniert, um- und ausgebaut werden. Darüber hinaus gilt es, die öffentliche Sicherheit zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen hierbei unter anderem die Stärkung der Bereitschaftspolizei und die Erhöhung der Polizeipräsenz. Die innere Sicherheit soll ebenfalls erhöht werden. Außerdem werden den Bezirken bis 2021 zusätzlich insgesamt 360 Mio. € zur Verfügung gestellt, um den gestiegenen Personalanforderungen gerecht werden und eigene politische Schwerpunkte setzen zu können.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Bereiche Bauen und Wohnen. Neben den Anforderungen, die aus einer erheblich gestiegenen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum resultieren, sind insbesondere auch die Erhaltung und der Ausbau der vorhandenen Infrastruktur in den kommenden Jahren sicherzustellen.

Das Personalmanagement ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Neben der Personalgewinnung und -entwicklung wird die Ausbildung noch gezielter in den Blick genommen. Neue duale Studiengänge, aktuell zum Beispiel das Duale Studium Bauingenieurwesen, ermöglichen frühe Praxiserfahrung und den schnellen Berufseinstieg. Das Angebot an Ausbildungsberufen und die Zahl der Auszubildenden sollen spürbar steigen. Ziel ist es, die Zahl der neu beginnenden Ausbildungen bis zum Ende der Legislaturperiode um 20 Prozent zu steigern.

Weiterhin beschloss der Senat heute das bereits im Rahmen der Senatsklausur am 15. Juli 2017 diskutierte Personalpolitische Aktionsprogramm 2017-2018. Es sieht mehr Flexibilität zwischen den Laufbahnen vor, das heißt, ein Laufbahnwechsel wird künftig erleichtert. Ebenso sind die Einführung und Nutzung des Verwendungsaufstiegs geplant. Damit verbessern sich in einer Phase des Umbruchs im Berliner öffentlichen Dienst die Aufstiegschancen. Mit besseren Aufstiegschancen können die vorhandenen Erfahrungen wirkungsvoller eingebracht und erhalten werden, zudem wächst die Attraktivität, im öffentlichen Dienst im Land Berlin zu arbeiten.

Der Senat hat das aktualisierte Personalbedarfskonzept in Zusammenhang mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2018/19 aktualisiert. Es geht jetzt zur weiteren Befassung an das Abgeordnetenhaus.