Berliner Gedenktafel für Charlotte Wolff

Pressemitteilung vom 08.09.2016

P R E S S E E I N L A D U N G

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner, enthüllt am Montag, 12. September 2016, um 16.00 Uhr am Haus Laubenheimer Straße 10 in
14197 Berlin eine Gedenktafel zur Erinnerung an Charlotte Wolff.

Veranstalter ist die Senatskulturverwaltung in Verbindung mit dem Aktiven Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. Das Grußwort spricht Staatssekretär Tim Renner. Laudatorin ist die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Kröner.

Charlotte Wolff wurde am 30. September 1897 in Riesenburg, Westpreußen geboren und starb am 12. September 1986 in London. Sie studierte u.a. in Berlin Philosophie und Medizin. Nach ihrem praktischen Jahr als Ärztin am Rudolf-Virchow-Krankenhaus setzte sie ihre ärztliche Tätigkeit als stellvertretende Direktorin an einer Klinik für Familienplanung-, Schwangerschaftsfürsorge und Schwangerschafts-verhütung der Allgemeinen Krankenkasse Berlin fort. Als Jüdin konnte sie diese Position bald nicht mehr bekleiden, so dass sie bis zu ihrer endgültigen Entlassung 1933 in einem Institut für elektro-physikalische Therapie in Neukölln arbeitete.

Als Jüdin verfolgt floh sie nach einer Festnahme durch die Politische Polizei im Mai 1933 nach Frankreich und emigrierte 1936 nach England, wo sie 1951 eine eigene Praxis eröffnete. In London veröffentlichte sie vielbeachtete wissenschaftliche Studien über eine psychologische Handlesemethode. Später fand sie Anerkennung für ihre Forschungen zur weiblichen Homosexualität und zur Bisexualität. 1978 reiste sie auf Einladung von Feministinnen erstmals wieder nach Berlin.

Kontakt: Lars Bahners – Pressesprecher –
mail: lars.bahners@kultur.berlin.de