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Erweiterung des Emigrantenprogramms: Berlin lädt künftig auch ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ein

Pressemitteilung vom 05.04.2016

Aus der Sitzung des Senats am 5. April 2016:

Der Senat hat heute auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller eine Erweiterung des Berliner Emigrantenprogramms beschlossen.

Das Emigrantenprogramm des Berliner Senats wurde im Jahr 1969 ins Leben gerufen, um ehemaligen Berlinerinnen und Berlinern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und ihre Stadt verlassen mussten, ein Wiedersehen mit ihrer Heimatstadt zu ermöglichen. Dabei war das besondere Augenmerk auf ehemalige jüdische Mitbürger gerichtet. Das Emigrantenprogramm ist in der damals konzipierten Form mit Gruppenreisen seit 2010 ausgelaufen. Nun kommen Einzelpersonen mit Begleitung zu Besuch nach Berlin. Aufgrund des Alters der ersten Emigranten-Generation werden solche Besuche jedoch weniger.

Künftig erhalten auch ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter (insbesondere aus Osteuropa), die bis 1945 in Berlin zur Arbeit eingesetzt waren, im Rahmen des Senatsprogramms die Möglichkeit, unsere Stadt zu besuchen. Wie bei den Besuchen von Emigranten üblich, werden die ehemaligen Zwangsarbeiter ebenfalls mit jeweils einer Begleitperson für die Dauer von sieben Tagen nach Berlin eingeladen. Mit der Einladung des Landes Berlin soll dieser Personenkreis, dem ein schreckliches Schicksal widerfahren ist, besonders gewürdigt werden. Auch hier stehen Begegnungen von Zeitzeugen des Holocausts mit Berlin im Mittelpunkt. Die Organisation und Durchführung des Besuchsprogramms liegt weiterhin in den Händen des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit bzw. der Vereine, Geschichtswerkstätten und Initiativen, die mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern Kontakte pflegen.

Seit 2013 findet im Berliner Rathaus einmal im Jahr eine Konferenz zum Thema „Stolpersteine“ statt. Neben der Würdigung der Stolperstein-Initiativen in den Bezirken steht dabei ein Erfahrungsaustausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in fachbezogenen Workshops im Mittelpunkt. Diese von der Senatskanzlei veranstaltete Konferenz wird ab 2016 aus Mitteln des Emigrantenprogramms finanziert.