Entgeltfreier Bibliotheksausweis für ein Jahr geplant

Pressemitteilung vom 15.12.2015

Aus der Sitzung des Senats am 15. Dezember 2015:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller eine Novellierung der Benutzungsbedingungen für die Öffentlichen Bibliotheken des Landes Berlin zur Kenntnis genommen. Die Vorlage wird vor Beschlussfassung im Senat dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme unterbreitet.

Die Änderungen sehen vor, dass künftig die Erstausstellung eines Bibliotheksausweises auch für Personen ab 18 Jahre entgeltfrei ist. Mit dieser Neuregelung soll die „Eintrittsschwelle“ in die Berliner Öffentlichen Bibliotheken praktisch beseitigt werden. Vor allem jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund, bildungsfernen Jugendlichen und geflüchteten Menschen sollen die Benutzung der Bibliotheken und damit der Zugang zu digitalen und analogen Medien und Informationen erleichtert werden. Der Senat reagiert mit dieser Maßnahme auch direkt auf die „wachsende Stadt“, da damit die umfassende und unkomplizierte Teilhabe an den Bildungs- und Freizeitangeboten der Berliner Öffentlichen Bibliotheken für alle Neuberlinerinnen und Neuberliner möglich ist.

Gleichzeitig sollen die Säumnisentgelte – Entgelte die anfallen, wenn Medien zu spät in der Bibliothek zurückgegeben werden – bei Erwachsenen von 0,25 € auf 0,50 € pro Tag und pro Medium erhöht werden. Diese Säumnisentgelte sind individuell vermeidbar, da sowohl die Rückgabe- als auch die Verlängerungsmöglichkeiten bei den Leihfristen in den letzten Jahren erheblich verbessert wurden.

Des Weiteren gibt es in der Neufassung der Benutzungs- und Entgeltordnung eine Reihe von Aktualisierungen und Anpassungen an die laufende Rechtsprechung. Die Neuregelungen sollen im Frühjahr 2016 in Kraft treten.