Müller überreicht Wissenschaftspreis an Prof. Dr. Peter Hegemann – Dr. Tine Hanrieder mit Nachwuchspreis ausgezeichnet

Pressemitteilung vom 20.11.2015

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin. Michael Müller, hat heute den Wissenschaftspreis 2015 an Prof. Dr. Peter Hegemann überreicht. Aus den Händen der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, wurde der Nachwuchspreis an Dr. Tine Hanrieder übergeben.

Der Biophysiker Prof. Dr. Peter Hegemann (Humboldt-Universität zu Berlin) erhält die Auszeichnung für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Optogenetik. Mit dem Nachwuchspreis wird die Politikwissenschaftlerin Dr. Tine Hanrieder vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) für ihre Forschungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft ausgezeichnet. Der Preis ist die bedeutendste Auszeichnung des Wissenschaftsstandortes Berlin. Er wird in diesem Jahr zum achten Mal vergeben. Er würdigt exzellente wissenschaftliche Arbeiten, die sich durch die Breite ihrer Anwendung und einen zukunftsorientierten Ansatz auszeichnen.

Michael Müller: „Der Preis ist eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen Deutschlands und hat sich in wenigen Jahren einen hervorragenden Ruf in der Szene erworben. Die beiden Ausgezeichneten stehen in besondere Weise für die Exzellenz des Forschungsstandortes Berlin. Sie bezeugen mit ihrem Schaffen ebenso die Vielfalt wie den Reichtum der Berliner Wissenschaftslandschaft. Die Stadt dankt beiden für ihre Leistungen und gratuliert zur Verleihung des Wissenschaftspreises.“

Sandra Scheeres: „Mit Dr. Tine Hanrieder zeichnen wir eine exzellente Nachwuchswissenschaftlerin aus, die mit ihren zahlreichen Publikationen sowie mit ihren bereits erworbenen internationalen Auszeichnungen überzeugen konnte. Die Jury war beeindruckt von ihrer methodischen Stärke und ihrem innovativen Forschungsansatz. Darüber hinaus bezieht Dr. Tine Hanrieder in wichtigen öffentlichen Diskursen zur Gesundheitspolitik deutlich Position. Beide Preisträger befassen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln und von verschiedenen Professionen heraus mit dem Thema „Gesundheit“. Auch das ist ein Zeichen dafür, wie herausragend Berlin in diesem Feld aufgestellt ist.“

Der Träger des mit 40.000 Euro dotierten Hauptpreises, Prof. Dr. Peter Hegemann, leitet am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin die Arbeitsgruppe der Experimentellen Biophysik. Als Begründer der Technologie der Optogenetik hat er die Lebens- und Neurowissenschaften grundlegend weiterentwickelt. Die Technologie ermöglicht detaillierte Einblicke in die Arbeitsweise spezifischer Zellen und Gewebe mittels Licht. Grundlegend war dabei die Identifikation von sogenannten Kanalrhodopsinen als lichtabhängige Ionenkanäle. Diese Proteine lassen sich in lebende Gewebe verpflanzen. Mit Hilfe von Licht können anschließend Nervenzellen ein- und ausgeschaltet und somit Funktionen von Zellen, Zelltypen und Geweben studiert werden. Diese neue Technik der optischen Visualisierung der Schaltkreise von Nervenbahnen findet weltweite Anwendung, beispielsweise bei der Erforschung neurologischer Erkrankungen wie Epilepsie und Parkinson.

Für seine Leistungen wurde er in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet, so im Jahr 2013 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie dem Brain Prize der Grete Lundbeck European Brain Research Foundation. Prof. Hegemann ist seit 2005 Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit seinem Schwerpunkt stärkt er ein wichtiges Berliner Zukunftsfeld und macht das Land als herausragenden Wissenschaftsstandort weltweit sichtbar.

Die Nachwuchspreisträgerin Dr. Tine Hanrieder ist am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in der Abteilung Global Governance tätig. Als Politikwissenschaftlerin untersucht sie internationale Gesundheitsorganisationen und deren Reformfähigkeit. Sie zeigt die Dominanz historisch gewachsener Strukturen auf und fragt, wie neue Interessengruppen und Reformkoalitionen die Eigendynamiken internationaler Institutionen verändern oder verstärken. Dr. Tine Hanrieder hat dazu eine innovative empirische Studie zur Weltgesundheitsorganisation vorgelegt. Sie ist eine international anerkannte Nachwuchswissenschaftlerin, die sich mit ihrer Hinwendung zur Gesundheitswirtschaft in besonderer Weise für Berlin engagiert – der Stadt, die mit dem jährlichen World Health Summit wichtige Impulse für die globale Gesundheitspolitik gibt.

Der Berliner Wissenschaftspreis wird einmal jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Neben der wissenschaftlichen Qualität sind die Breite der Anwendung und der zukunftsorientierte Ansatz der Arbeit wichtiges Auswahlkriterium. Eine wichtige Rolle spielt deren Bezug zur und der Nutzen für die Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft Berlins. Das Preisgeld des Hauptreises kommt der Forschungseinrichtung zugute, in der die Leistung erbracht wurde. Das Preisgeld (10.000 Euro) des Nachwuchspreises erhält der jeweilige Preisträger.

Nähere Informationen zum Berliner Wissenschaftspreis finden Sie unter: http://www.berlin.de/rbmskzl/regierender-buergermeister/auszeichnungen-und-ehrungen/berliner-wissenschaftspreis/artikel.6838.php)
Hinweis für die Medien: Der Besuch der Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres an der Wirkungsstätte von Prof. Hegemann wird um 12.00 Uhr erfolgen. Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Biologie, Invalidenstraße 42, 10115 Berlin. Von Seiten der HU wird der Vizepräsident Prof. Dr. Recardo Manzke mit dabei sein.