Elisabeth-Aue in Pankow wird Gebiet außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung

Pressemitteilung vom 22.09.2015

Aus der Sitzung des Senats am 22. September 2015:

Der Senat hat heute eine Vorlage von Stadtentwicklungs- und Umweltsenator Andreas Geisel zur Kenntnis genommen, in der die landeseigene Wohnungsbaupotenzialfläche Elisabeth-Aue sowie daran angrenzende Grün-, Frei- und Verkehrsflächen im Bezirk Pankow zu einem Gebiet von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung nach § 9 AGBauGB erklärt werden. Damit liegt die Planung für das über 70 Hektar große Areal in der Verantwortung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Senator Geisel: „Wir werden das Wachstum Berlins nur bewältigen, wenn wir alle zur Verfügung stehenden Flächen aktivieren. Die Elisabeth-Aue ist eine der wenigen großen landeseigenen Flächen, die für den Bau von bezahlbaren Wohnungen zur Verfügung steht. Wir werden dort in enger Abstimmung mit den Bürgerinnen und Bürgern die Planungen vorbereiten und die Idee einer Gartenstadt des 21. Jahrhunderts realisieren.“

Am 1. Juni 2015 wurde deshalb eine Absichtserklärung zwischen den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften HOWOGE und GESOBAU sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt unterzeichnet. Diese sieht vor, dass auf der über 70 Hektar großen, heute landwirtschaftlich genutzten Fläche bis zu 5.000 neue Wohnungen für 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner entstehen sollen; dazu eine Grundschule, mehrere Kindertagesstätten sowie vielfältige soziale und weitere Freizeitangebote. Mit der Entwicklung der Elisabeth-Aue werden zudem entstandene Defizite ausgeglichen, die durch das rasante Wachstum Pankows entstanden sind, zum Beispiel bei der Schulplatzversorgung.

Die Entwicklung der Elisabeth-Aue ist keine isolierte städtebauliche Maßnahme. Sie soll sich in die Struktur der umliegenden Ortsteile Französisch-Buchholz, Rosenthal, Niederschönhausen und Blankenfelde einpassen. Aus diesem Grund wird vor dem eigentlichen Bebauungsplanverfahren gemeinsam mit der Bevölkerung ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet.
In dem ca. ein Jahr dauernden Prozess wird unter anderem untersucht, welche Anforderungen durch die Entwicklung der Elisabeth-Aue an den Verkehr entstehen, welche weiteren sozialen Infrastruktureinrichtungen neben Kita und Grundschule notwendig werden und welche landschaftsräumlichen und klimatischen Rahmenbedingungen in dem Untersuchungsgebiet existieren, die im weiteren Prozess berücksichtigt werden müssen. Eine wichtige Untersuchungsfrage wird sein, wie die Elisabeth-Aue bestmöglich an das bestehende Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) angebunden und wie dieses, zum Beispiel durch die Verlängerung der Straßenbahnlinien 50 und M1, künftig erweitert werden kann.
Das ISEK wird gemeinsam mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet, transparent dargestellt und dokumentiert. Es bildet den Auftakt für die Information und Beteiligung am Entwicklungsprozess des Gebietes. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für einen städtebaulichen Ideenwettbewerb, der Ende 2016 ausgelobt werden soll. Parallel dazu wird das Bebauungsplanverfahren beginnen.

Die Vorlage wird vor der Beschlussfassung durch den Senat nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme vorgelegt.