Fortsetzung des Berliner Chancengleichheitsprogramms mit strategischer Neuausrichtung

Pressemitteilung vom 15.09.2015

Aus der Sitzung des Senats am 15. September 2015:

Das „Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“ (BCP) geht 2016 in die vierte Runde. Mit einem Volumen von ca. 3,8 Mio. € jährlich und einer Laufzeit von fünf Jahren wird Berlin auch zukünftig um mehr Professorinnen an seinen Hochschulen werben. Das hat der Senat heute auf Vorlage der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, und der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, beschlossen.

Auch in der aktuellen Programmlaufzeit stehen Maßnahmen zur Förderung der strukturellen Chancengleichheit von Frauen im Vordergrund. Rund 1,5 Mio. € werden jährlich allein für vorgezogene Nachfolgeberufungen von Frauen auf W 2- und W 3-Professuren, für befristete W 2-Stellen in Sonderförderbereichen wie der Akademisierung von Gesundheitsberufen und erstmals auch für hochschulübergreifende Initiativen zur Gewinnung von Professorinnen eingesetzt. Gemeinsam mit den Hochschulen finanziert das Programm darüber hinaus befristete W 2-Professuren, Juniorprofessuren oder Gastprofessuren, aber auch innovative Projekte oder Mentoring-Maßnahmen.

„Das Berliner Chancengleichheitsprogramm setzt in der neuen Laufzeit einerseits auf bewährte Instrumente“, so Senatorin Kolat, „es antwortet aber andererseits auch auf aktuelle Herausforderungen, die den übergeordneten wissenschafts- und gleichstellungspolitischen Diskurs bestimmen.“ So sollen die Interessen des wissenschaftlichen Nachwuchses zukünftig stärker gewahrt werden. „Erstmals wird in allen Programmlinien konsequent auf sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge gesetzt und die Anpassung von Arbeitsverträgen an die Projektlaufzeit vorgeschrieben.“ Auch finanziert das Programm ab 2016 Maßnahmen, über die die Berliner Hochschulen kooperieren. Senatorin Scheeres: „Damit will das Berliner Chancengleichheitsprogramm Spielräume für innovative Konzepte eröffnen, um mehr Professorinnen zu gewinnen, und dazu beitragen, den strategischen Vorsprung in der Hochschulgleichstellungspolitik im Land Berlin zu sichern.“

Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Akademisierung der Berufsfelder Gesundheit und frühkindliche Bildung fanden ebenfalls Eingang in die neuen Programmziele.

Bei allen Neuerungen stehen strukturelle Wirkungen jedoch weiterhin im Vordergrund der Zielsetzung des BCP. Um bessere Rahmenbedingungen für den Einsatz von nachhaltig wirkenden Instrumenten zu schaffen, wurde daher die Programmlaufzeit auf fünf Jahre verlängert.

Das Berliner Chancengleichheitsprogramm hat in erheblichem Umfang dazu beigetragen, dass Berlin seit Jahren seine Spitzenposition unter den Bundesländern bei der Besetzung von Professuren mit Frauen behauptet: 2014 waren 31,3 Prozent der Professuren mit einer Frau besetzt – damit liegt Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 22 Prozent weiblich besetzter Professuren. Das neue Programm wird die Berliner Hochschulen in den kommenden fünf Jahren zielgerichtet dabei unterstützen, ihre erfolgreiche Gleichstellungsarbeit vorzusetzen.