Öffentlicher Gesundheitsdienst: Zwischenbericht zur Umsetzung des Mustergesundheitsamtes vorgelegt

Pressemitteilung vom 14.07.2015
Aus der Sitzung des Senats am 14. Juli 2014:

Wie gut ist der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in Berlin für die Herausforderungen einer wachsenden, immer internationaler werdenden Stadt gerüstet? Über welche Strukturen und welche personelle Ausstattung sollte ein Gesundheitsamt verfügen, um diese wachsenden Aufgaben wahrnehmen zu können? Diese Fragen beantwortet das Konzept des „Mustergesundheitsamtes“, dessen Umsetzung nun eine Expertengruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales und der Berliner Gesundheitsämter ausgewertet hat. Der Senat hat dazu einen von Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja vorgelegten zweiten Zwischenbericht an das Abgeordnetenhaus zur Kenntnis genommen.

Die Fachleute kommen darin zu dem Schluss, dass die bezirksübergreifende einheitliche Ämterstruktur – eines der Ziele des Mustergesundheitsamtes – überwiegend positiv bewertet wird, aber noch nicht überall umgesetzt ist. In der Personalausstattung konnten die im ÖGD festgelegten Ziele jedoch nicht erreicht werden. Im nächsten Schritt des Evaluationsprozesses soll nun der Stellenbedarf konkretisiert und an den wachsenden Bedarf angepasst werden.

Senator Czaja: „Das Ergebnis zeigt, dass die einheitliche Struktur der Gesundheitsämter funktioniert – wenn hier auch noch einige Bezirke nachziehen müssen. In diesen Zeiten, in denen die Aufgaben der Gesundheitsämter auch durch den verstärkten Zuzug von Asylsuchenden weiter ansteigen, besteht gerade bei der Personalausstattung großer Handlungsbedarf. Damit die Gesundheitsämter ihre gesetzlich verankerten Aufgaben weiterhin erfüllen können, brauchen sie mehr gut qualifizierte Fachkräfte. Das bedeutet auch: Der öffentliche Gesundheitsdienst muss für Bewerberinnen und Bewerber attraktiver werden.“

Vor allem durch den Zuzug nicht krankenversicherter EU-Bürgerinnen und -bürger und Asylsuchender sind die Herausforderungen in nahezu allen Bereichen des ÖGD gestiegen. Um diesen zunehmenden Aufgaben gerecht zu werden, soll auch mehr Personal mit Migrationshintergrund eingestellt werden. Zusätzlich sollen speziell für den Einsatz im Gesundheits- und Sozialbereich geschulte Sprach- und Kulturmittler zum Einsatz kommen. Diese kulturelle Öffnung der Gesundheitsämter ist in Teilen Berlins bereits geschehen und soll nun flächendeckend auf alle Bezirke ausgeweitet werden.

Der Bericht wird nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme vorgelegt.