Müller: „Das ‘Band für Mut und Verständigung‘ würdigt Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit“

Pressemitteilung vom 08.07.2015

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller, wird gemeinsam mit dem stellvertretenden DGB-Bezirksvorsitzenden Christian Hoßbach am Donnerstag, den 9. Juli 2015, um 15 Uhr im Wappensaal des Berliner Rathauses das Band für Mut und Verständigung übergeben (Wort-Bild-Termin).

Müller: „Das mit der morgigen Preisverleihung gewürdigte Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ist Beleg dafür, dass gerade in einer Zeit, in der auch in Berlin und Brandenburg Stimmung gegen Fremde gemacht wird, mit Zivilcourage im Alltag ein wichtiges Zeichen gesetzt werden kann. Die Erfahrungen der Preisträger zeigen leider, dass der Kampf gegen dumpfe Gewalt, Ausländerfeindlichkeit und Intoleranz längst nicht gewonnen ist. Deshalb ist es umso wichtiger, immer wieder Engagement zu zeigen, um auch andere zu ermutigen, sich gegen Unmenschlichkeit zu engagieren.”

Hoßbach: „Das Band für Mut und Verständigung wird in diesem Jahr bewusst an Initiativen verliehen, die sich für die Integration und den Schutz geflüchteter Menschen einsetzen. Geflüchtete gehören zu den Schwächsten in der Gesellschaft. Der Staat steht vor riesigen Aufgaben, Unterkunft, Sprachkurse, Integration sicherzustellen. Für eine wirkliche Willkommenskultur sind alle verantwortlich, nicht nur Fachbehörden. Es ist großartig, wie viele Initiativen in Berlin und Brandenburg sich engagieren, das ist gelebte Demokratie. Sie alle sollten sich heute mit ausgezeichnet fühlen.“

Ausgezeichnet werden im Jahr 2015 Jugendliche, die sich in ihrem Landkreis gegen Rechtsextremismus einsetzen, eine jüdisch-islamische Initiative aus Neukölln, und Ehrenamtliche, die sich praktisch für Flüchtlinge engagieren. Mit dem Preis würdigt ein breites gesellschaftliches Bündnis Zivilcourage und ehrenamtliches Engagement für interkulturelle Verständigung.

Die Preisträger sind:

• Ute und Siegfried Hillmann aus Panketal für ihr vorbildliches Engagement für die Bewohnerinnen und Bewohner des Asylbewerberheims Zepernick,
• die Initiative “Farfalla” für ihre kreative, engagierte Arbeit mit den Kindern des Asylbewerberheims Waßmannsdorf,
• die Salaam-Schalom-Initiative für ihr herausragendes Engagement im Rahmen der interreligiösen Verständigung in Berlin-Neukölln und
• die Jugendinitiative “Bunte Zora” aus Lauchhammer-Süd für ihren mutigen und engagierten Einsatz für eine Willkommenskultur gegenüber geflüchteten Menschen in ihrem Landkreis und gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

Das Band für Mut und Verständigung wird seit 1993 vom Bündnis für Mut und Verständigung verliehen (bis 2014: „Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“), das der DGB nach den gewaltsamen Übergriffen auf Ausländer Anfang der 1990er Jahre initiiert hatte. Dem Bündnis gehören neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin und dem brandenburgischen Ministerpräsidenten unter anderem der Flüchtlingsrat Berlin, die großen Wohlfahrtsverbände, die evangelische und die katholische Kirche und die Jüdische Gemeinde zu Berlin an.