Neues Nutzungskonzept für Berliner Flächen im Humboldt-Forum

Pressemitteilung vom 23.06.2015

Aus der Sitzung des Senats am 23. Juni 2015:

Der Senat hat heute einen Sachstandsbericht des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, über die Veränderung der Nutzung und des Nutzers der bisher für die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) vorgesehenen Landesflächen im Humboldt-Forum zustimmend zur Kenntnis genommen.

Zur Nutzung dieser Fläche von 4.000 m² hat der Senat Folgendes beschlossen:

Die für diese Fläche vorgesehene Bespielung durch die ZLB wird aufgegeben. Stattdessen soll auf dieser Fläche eine Präsentation gezeigt werden, die sich mit der Entwicklung Berlins zur Metropole befasst und die unter dem Arbeitstitel „Welt//Stadt//Berlin“ von der Kulturprojekte Berlin GmbH (KPB) vorbereitet wird. Dabei geht es um eine Präsentation der jüngeren Stadtgeschichte, die eng mit dem inhaltlichen Rahmenkonzept des Humboldt-Forums verbunden ist. So soll die Stadt Berlin sichtbar werden, zu deren Geistesgeschichte die Humboldt-Brüder gehören. In der Geschichte Berlins liegen die Voraussetzungen dafür, dass heute hier das Humboldt-Forum entsteht, dass die Sammlungen entstanden sind, die dort gezeigt werden. Dies muss erkennbar werden, um das Humboldt-Forum zu kontextualisieren.

Der neue Ansatz sieht die Realisierung einer Ausstellung vor, die davon erzählt, welche Idee Berlin und Deutschland von sich hat und auf welchen Ideen die Metropole und das Land gründen. Die Präsentation soll zeigen, wie Berlin es geschafft hat, in die Welt zu gelangen, und wie die Welt nach Berlin und nach Deutschland gefunden hat. Eine vom vielfältigen Berlin der Gegenwart ausgehende Präsentation, welche die Vernetzung und Verflochtenheit der Stadt Berlin mit der Welt ins Bild setzt, kann das Humboldt-Forum mit seinen bisherigen Nutzungen sinnvoll ergänzen. Hier kann sich die Weltstadt Berlin zur kulturübergreifenden Grundidee des Humboldt-Forums und zu den außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren einzigartigen Zeugnissen der Kunst und Kultur Afrikas, Asiens, Amerikas und Ozeaniens in Beziehung setzen.

Die Eröffnungsausstellung soll von der Kulturprojekte Berlin GmbH realisiert werden. Diese wird sich dafür eine renommierte Kuratorin / einen renommierten Kurator bzw. ein Kuratorenteam suchen. Für die Realisierung wird die Kooperation mit vielen Berliner Akteuren und Institutionen angestrebt. Das Projekt soll von internationalen Experten begleitet werden.

Die ZLB hatte für diese Fläche lange eine Schwerpunktbibliothek zu den Themen Tanz, Bühne, Film, Kunst, Musik sowie eine neu konzipierte „Teaching Library“ für Kinder und Jugendliche vorgesehen. Diese Nutzung wurde 2007 durch einen Senatsbeschluss beschlossen. 2012 wurde das reine Bibliothekskonzept aufgegeben, und die ZLB begann mit der Entwicklung eines Bildungs- und Erlebnisortes „Welt der Sprachen“. Diese sollte auf 1.200 m² der verfügbaren Fläche gezeigt werden, für weitere 1.800 m² war eine Bibliothek zu den Themen Sprachen, Kulturen, interkulturelle Kommunikation vorgesehen. Diese Planungen werden nun am Standort Humboldt-Forum nicht realisiert.