Scheeres: Neuer Weg zum Wohle der Patientinnen und Patienten und für die Spitzenstellung des Wissenschaftsstandortes Berlin Senat beschließt BIG-Gesetzentwurf

Pressemitteilung vom 16.12.2014

Aus der Sitzung des Senats am 16. Dezember 2014:

Der Senat will im Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) die molekularbiologische Expertise des Max Delbrück Centrums (MDC) und die klinisch-patientenorientierte Forschung der Charité dauerhaft zusammenführen. Er hat dazu heute den von der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, vorgelegten Gesetzentwurf zur Errichtung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG) beschlossen. Er wird nun ins Abgeordnetenhaus eingebracht.

Senatorin Scheeres: „Mit dem BIG gehen wir einen vielbeachteten neuen Weg. Wir verknüpfen translationale und systemmedizinische Forschung, schließen die Lücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Letztendlich erreichen wir damit, dass Forschungsergebnisse schneller zum Wohle der Patientinnen und Patienten eingesetzt werden können.“

Mit der Verabschiedung des Gesetzes wird der letzte notwendige Schritt zur Errichtung des BIG als eigenständige und rechtsfähige Einrichtung der medizinischen Spitzenforschung in Berlin umgesetzt. Das BIG baut auf den bestehenden Strukturen der Hochschulmedizin der Charité und der biomedizinischen Forschung von Charité und MDC auf. In seiner Konzeption ist das BIG auf das Zusammenwirken der beteiligten Einrichtungen ausgerichtet und wird von Anfang an von den beteiligten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen von Charité und MDC getragen. Gleichzeitig werden bestehende Strukturen in den gemeinsamen Forschungsraum einbezogen. Die Erhaltung des Integrationsmodells der Charité, die Breite der akademischen Forschung und Lehre, die Fortführung einer effektiven Krankenversorgung sowie eine exzellente Großforschung beim MDC bleiben weiterhin gewährleistet.

Der Forschungsansatz des BIG basiert auf der Erkenntnis, dass für eine wirksame Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie die Verknüpfung von Grundlagenforschung und krankheits- bzw. patientenorientierter Forschung notwendig ist. Entscheidende Fortschritte in der Medizin sind nur im Rahmen integrativer Forschungsansätze insbesondere an den Schnittstellen der Disziplinen zu erzielen.

Mit dem Gesetzentwurf sind auch Folgeänderungen für das MDC-Gesetz und das Universitätsmedizingesetz verbunden, da beide Einrichtungen zu Gliedkörperschaften des BIG werden. Im Gesetzentwurf waren daher die Grundlagen für eine gute Zusammenarbeit der drei Einrichtungen zu regeln. Ferner soll das MDC, das derzeit eine Stiftung öffentlichen Rechts ist, in eine Körperschaft öffentlichen Rechts umgewandelt werden.

Scheeres: „Langfristig wollen wir das BIG zu einer weltweit führenden biomedizinischen Forschungseinrichtung entwickeln, die die medizinische Praxis international verändert und prägt. Die Vorteile für Berlin und die beteiligten Institutionen liegen auf der Hand: Das BIG erhöht die internationale Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Einrichtungen und steigert die wissenschaftspolitische Aufmerksamkeit für den biomedizinischen Forschungsstandort Berlin und die deutsche Gesundheitsforschung.“

Der Entscheidung des Senats sind mehrmonatige Abstimmungsgespräche unter anderem mit den beteiligten Einrichtungen BIG, Charité und MDC, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. und mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung vorausgegangen.

Hintergrund:

Bereits mit der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin über die Errichtung, Organisation und Finanzierung des „Berliner Instituts für Gesundheitsforschung“ vom 24. Januar 2013 haben die Vertragspartner die Absicht erklärt, die „Charité – Universitätsmedizin Berlin (Charité)“ und das „Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)“ in einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft, dem „Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG)“, zusammenzuführen.

Die Finanzierung des BIG erfolgt im Verhältnis 90:10 (Bund:Land). Gemeinsam stellen Bund und Land dem BIG zunächst 311 Mio. € bis 2018 für gemeinsame Projekte in der Spitzenforschung zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt zusätzlich zur bereits bestehenden Grundfinanzierung.