Wowereit verkündet Preisträger für Wissenschaftspreis 2014

Pressemitteilung vom 21.11.2014

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, verleiht den Berliner Wissenschaftspreis 2014 an den Informatiker Prof. Dr. Klaus-Robert Müller, Fachgebietsleiter für Maschinelles Lernen / Intelligente Datenanalyse am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik Technischen Universität zu Berlin. Mit dem diesjährigen Nachwuchspreis wird die Psychologin Prof. Dr. Jule Specht, Juniorprofessorin an der Freien Universität Berlin und Research Fellow am Sozio-oekonomischen Panel im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), ausgezeichnet. Die Verleihung findet am 20. Januar 2015 im Berliner Rathaus statt.

Wowereit: „Der Berliner Wissenschaftspreis macht die exzellente Forschung in der Stadt sichtbar. Zugleich sollen mit ihm hervorragende Forschungsleistungen ausgezeichnet werden, die Grundlagen für eine praktische Umsetzung in Wirtschaft und Gesellschaft bieten. Beide Ausgezeichneten stehen für die Exzellenz des Wissenschaftsstandorts und bezeugen die Spannbreite der hier erforschten Gebiete deutlich.“

Der Berliner Wissenschaftspreis wird seit 2008 vom Regierenden Bürgermeister für in Berlin entstandene hervorragende Leistungen in Wissenschaft und Forschung verliehen, die in ihrer Umsetzung nachweislich zu Problemlösungen in Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Das Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro kommt der Einrichtung, in der die Leistung erbracht wurde, in diesem Fall der Technischen Universität Berlin, zugute. Senatorin Sandra Scheeres gratulierte dem Preisträger persönlich bei einem Besuch am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der Technischen Universität Berlin.

Wissenschaftssenatorin Scheeres: „Professor Müller macht sich als Mitinitiator mehrerer interdisziplinärer Forschungsinitiativen und mit seinen wegweisenden Forschungsleistungen um Berlin verdient. Er hat zu zahlreichen erfolgreichen Unternehmensgründungen beigetragen und engagiert sich besonders für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Professorin Jule Specht treibt durch moderne und kreative Ansätze die Forschung im Feld des demographischen Wandels voran. Sie schafft es dabei, ihre Erkenntnisse auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Der Nachwuchspreis zeichnet exzellente wissenschaftliche Leistung kombiniert mit innovativen, kreativen und praxisorientierten Forschungsansätzen aus. Er ist mit 10.000 Euro dotiert, die die Nachwuchs-Preisträgerin direkt erhält.

Prof. Dr. Klaus-Robert Müller, Fachgebietsleiter für Maschinelles Lernen / Intelligente Datenanalyse am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der Technischen Universität zu Berlin, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Distinguished Professor an der Korea University in Seoul, wird mit dem Berliner Wissenschaftspreis 2014 ausgezeichnet. Mit Professor Müller wird einer der profiliertesten, national und international hoch angesehenen Informatiker geehrt, der mit der Support Vektor Technologie einen maßgeblichen Beitrag im Zukunftsfeld des Maschinellen Lernens erarbeitete. Besonders seine Arbeiten auf dem hochinnovativen Gebiet der „Brain-Computer-Interface“-Forschung (BCI) sind an dieser Stelle hervorzuheben, mit welchen eine Brücke zur Neurotechnologie geschlagen wird. Professor Müller hat für Berlin viel geleistet. So wirkte er als Mitinitiator zahlreicher interdisziplinärer Berliner Forschungsinitiativen, unter anderem den Bernstein Zentren für Computational Neuroscience sowie Neurotechnologie und dem Berliner Big Data Center, gestaltend und strukturbildend für den Wissenschaftsstandort Berlin. Mit seinem Engagement für Unternehmensgründungen aus seiner Arbeitsgruppe heraus fördert er auch aktiv die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Berlin. Bereits seit dem Jahr 1995 ist Professor Müller in Berlin tätig, zuerst beim Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik, seit 1999 als Professor an der Universität in Potsdam und seit 2006 als Fachgebietsleiter an der Technischen Universität Berlin.

Die 28-jährige Nachwuchspreisträgerin Prof. Dr. Jule Specht ist Juniorprofessorin im Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik und Differentielle und Persönlichkeitspsychologie der Freien Universität Berlin, Research Fellow am Sozio-oekonomischen Panel im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Mitglied in der Jungen Akademie. Professor Specht untersucht die Entwicklung der Persönlichkeit über die Lebensspanne, insbesondere das hohe Alter. Zu diesem Thema verfasste sie bereits ihre Promotion und leitet seit 2012 das DFG-Netzwerk Persönlichkeitsentwicklung im Erwachsenenalter: Von einem integrativen Modell zu neuen Forschungsperspektiven. Damit trägt Professor Specht zu wissenschaftlich und gesellschaftlich hochaktuellen Debatten des demographischen Wandels bei und stärkt ein Schwerpunktthema des Wissenschaftsstandorts Berlin. Neben ihren wissenschaftlichen Publikationen kommt Professor Specht ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach, indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse allgemeinverständlich aufbereitet, beispielsweise in ihrem populärwissenschaftlichen Buch, ihrem Blog und ihrer Psychologie-Heute-Kolumne.

Die Preisträger werden von einer hochkarätigen Jury, bestehend aus den für Wissenschaft und für Forschung zuständigen Mitgliedern des Senats, dem Vorsitzenden des Technologie- und Innovationsrates des Landes Berlin, dem Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie acht weiteren herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ausgewählt und vom Regierenden Bürgermeister ernannt. Vorschlagsberechtigt sind die Berliner Hochschulen, die außeruniversitären Forschungseinrichtungen und ihre Trägerorganisationen sowie die für Wissenschaft und für Forschung zuständigen Mitglieder des Senats. Auch in diesem Jahr wurden Vorschläge nicht nur von den drei Berliner Universitäten eingereicht, sondern ebenfalls von außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik, dem Robert Koch-Institut, der Bundesanstalt für Materialprüfung, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der European School of Management and Technology, dem Museum für Naturkunde Berlin, dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie der Jungen Akademie.

Nähere Informationen zum Berliner Wissenschaftspreis finden Sie unter:
http://www.berlin.de/rbmskzl/regierender-buergermeister/auszeichnungen-und-ehrungen/berliner-wissenschaftspreis/artikel.6838.php