Rotes Rathaus: Wowereit verleiht Berliner Landesorden

Pressemitteilung vom 29.09.2014

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, verleiht am Mittwoch, 1. Oktober 2014, um 11.00 Uhr im Großen Saal des Roten Rathauses den Verdienstorden des Landes Berlin an zehn Bürgerinnen und Bürger (Wort-Bild-Termin).

Wowereit: „Seit 27 Jahren ehrt der Senat am 1. Oktober, dem Jahrestag des Inkrafttretens der Berliner Verfassung, Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Berlin. Wir danken an diesem Tag Persönlichkeiten, die sich in vielen Bereichen außergewöhnlich für unsere Stadt und ihre Menschen engagiert haben.“

Mit dem Verdienstorden 2014 werden ausgezeichnet: Schwester Maria Hannelore Huesmann, Natascha Keller, Matthias Koeppel, Tina K., Otfried Laur, Udo Lindenberg, Egidio Marzona, Dr. Maria Nooke, Wolf-Dieter Wolf, Ulrika Zabel.

Udo Lindenberg nimmt die Auszeichnung zu einem späteren Zeitpunkt entgegen.

Schwester Maria Hannelore Huesmann ist Mitglied der katholischen Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von Münster-Mauritz und von Beruf Krankenschwester mit der Zusatzqualifikation „Palliative Care“. Sie gründete zusammen mit ihrer Mitschwester M. Juvenalis Lammers 1997 den ambulanten Hospizdienst Tauwerk in Berlin. Dieser Hospizdienst versorgt und begleitet in Ergänzung zu bestehenden Pflege- und Sozialdiensten an Aids erkrankte Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Natascha Keller spielte bis 2013 beim Berliner Hockey-Club, mit dem sie mehrmals Deutsche Meisterin wurde. 1997 gewann sie mit ihrem Klub den Europapokal der Landesmeister und 2008 den Europapokal der Pokalsieger. Mit der deutschen Nationalmannschaft der Damen gewann sie 2004 in Athen olympisches Gold sowie zahlreiche weitere Titel. 1999 wurde sie zur Welthockeyspielerin des Jahres erklärt.

Matthias Koeppel ist einer der bedeutendsten Maler unserer Stadt. In seiner Kunst spielen die Geschichte Berlins und das aktuelle Geschehen eine zentrale Rolle. Zusammen mit Manfred Bluth, Johannes Grützke und Karlheinz Ziegler gründete er 1973 die „Schule der Neuen Prächtigkeit“. Im Jahr 1990 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Künstlersonderbundes in Deutschland. Von 1981 bis 2003 war er Professor für freies Malen und Zeichnen an der TU Berlin.

Tina K. ist die Schwester von Jonny K., der im Oktober 2012 Opfer brutaler Gewalt wurde. Sie engagiert sich für Gewaltprävention, hält Vorträge in Bildungseinrichtungen zum Thema Jugendgewalt und gründete den Verein “I am Jonny“, der sich gegen Ausgrenzung und Gewalt insbesondere unter Jugendlichen wendet.

Otfried Laur leitet den von ihm und seiner Frau Reni 1967 gegründeten „Berliner Theaterclub e. V.“. Mit dieser gemeinnützigen Besucherorganisation fördert er die Berliner Kultur, die Begegnung zwischen Theaterkünstlern und ihrem Publikum und schafft für breite Bevölkerungsschichten einen Zugang zum vielfältigen Kulturangebot unserer Stadt.

Udo Lindenberg ist einer der erfolgreichsten deutschen Rockmusiker, der immer einen engen Bezug zu Berlin hatte. So setzte er sich auf vielfältige Weise für die Überwindung der Mauer sowie die Verständigung über die Mauer hinweg ein. Zudem engagiert er sich seit Jahrzehnten gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie sowie für eine bunte Republik, in der alle gleichberechtigt zusammen leben, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Sprache oder Lebensweise.

Egidio Marzona ist Kunstsammler und Mäzen. Seit 1968 hat er eine bedeutende Sammlung aufgebaut. Sein Schwerpunkt lag auf Werken der Minimal Art, Konzeptkunst, Arte Povera und der Land Art. Mit großzügigen Schenkungen half er den Staatlichen Museen und anderen Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz entscheidend, die Lücke der Berliner Museen in der zeitgenössischen Kunst zu schließen.

Dr. Maria Nooke gehört zu den Protagonistinnen der friedlichen Revolution und engagiert sich für eine konsequente Aufarbeitung der SED-Diktatur. Bereits seit 1985 war sie in einer kirchlichen Friedens- und Umweltgruppe aktiv. Im Jahr 1988 zählte sie zu den Mitbegründern des Oppositionsblattes „AUFBRUCH“. Dr. Maria Nooke ist stellvertretende Direktorin der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Wolf-Dieter Wolf ist Vizepräsident des Landessportbundes Berlin und engagiert sich seit Jahrzehnten für den Berliner Sport. In zahlreichen Ehrenämtern hat er die Jugendarbeit und den Breitensport gefördert. Als Marketing-Experte trägt er immer wieder zum Erfolg von sportlichen Großereignissen in Berlin bei.

Ulrika Zabel ist Dipl.-Sozialpädagogin und langjährige Leiterin des kom-zen, des Kompetenzzentrums für Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe. Das kom-zen sorgt für Vernetzung, berät Institutionen der Altenhilfe, informiert und fördert ehrenamtliche Aktivitäten sowie die Migrantenselbsthilfe. Besonders hervorzuheben ist Ulrika Zabels Engagement für die Interessen älterer Zuwanderer in Berlin. Sie setzt sich dafür ein, Berliner Senioren- und Pflegeangebote so zu gestalten, dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Lebensweise gleichermaßen angesprochen fühlen. Und sie tut dies mit großem Erfolg.