Startschuss für die Jugendberufsagentur in Berlin

Pressemitteilung vom 28.04.2014

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Mit der heutigen Erklärung zur Einrichtung der Jugendberufsagentur gibt Berlin den Startschuss für ein gemeinsames Vorhaben, das verwaltungs- und bezirksübergreifend und gemeinsam mit der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg ein nachhaltiges Beratungsangebot für junge Erwachsene unter Berücksichtigung der regionalen Erfordernisse entwickelt und dessen Umsetzung vorbereitet.

In einer gemeinsamen Vereinbarung zur Nachwuchskräftesicherung für Unternehmen durch Ausbildung wurde durch die beteiligten Senatsverwaltungen des Landes Berlin, die Regionaldirektion Berlin Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit und die Sozialpartner der Grundstein für vielfältige Entwicklungen zur Gestaltung von attraktiven Perspektiven für Jugendliche in Berlin gelegt.

Als wesentliche Voraussetzung für eine aktive Teilhabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Arbeitsleben und an der Gesellschaft gilt einhellig der Zugang in Ausbildung und Beschäftigung. Die Wege in die Arbeitswelt sollen dabei so gestaltet werden, dass sich gute und nachhaltige Zukunftsperspektiven eröffnen. Hierbei kommt es darauf an, aus der Perspektive der Jugendlichen, deren Eltern und der jungen Erwachsenen bis zu einem Alter von 25 Jahren attraktive, leicht zu erreichende und für jede individuelle Situation offene Anlaufstellen zu gestalten.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin und Schirmherr der Jugendberufsagentur: “Mit der Errichtung einer Jugendberufsagentur schaffen die Partner in der Berufsausbildung eine wichtige Instanz zur Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation und der Sicherung des Fachkräftebedarfs. Sie wird jungen Erwachsenen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern helfen. Ich danke allen Partnern für ihr Engagement auf dem Gebiet der Berufsausbildung. Doch so gut die Unterstützungsangebote auch sind, sie können nur dann die gewünschte Wirkung entfalten, wenn die Betriebe genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Ich fordere die Unternehmen auf, sich hier verstärkt zu engagieren. Betriebe müssen ausbilden, damit in Zeiten rückläufiger Bewerberzahlen Unternehmen und Branchen eine Zukunft haben.“

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft: „Wir wollen, dass mög-lichst viele Jugendliche den Übergang von der Schule in das Berufsleben erfolgreich absolvieren. Dazu sollen alle Jugendlichen bereits ganz selbstverständlich in der 9. und 10. Klasse persönliche Kontakte zur Jugendberufsagentur knüpfen. Jeder und jede Jugendliche, der bzw. die sich im Übergang von der allgemein bildenden Schule in berufliche Qualifizierungswege befindet, sollen effizienter und effektiver bei diesem Übergang eine individuelle Beratung finden. Fehlplatzierungen mit drohenden Abbruchszenarien müssen weitgehend vermieden werden. Diese Ziele müssen absolute Priorität haben. Junge Menschen sollen den Mut finden, ihren Berufsweg reflektiert, selbstbewusst und zielorientiert zu verfolgen.“

Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, betont: „Kein Jugendlicher darf uns verloren gehen. Jeder Jugendliche soll ein Angebot für den Weg in den Beruf erhalten – das ist unser Ziel. Mit der Berliner Jugendberufsagentur können wir die Angebote und Maßnahmen, die wir in Berlin haben, optimal koordinieren und miteinander verzahnen. Hier stehen die Jugendlichen im Mittelpunkt. Alles soll dazu dienen, sie wirksam zu erreichen und ihnen beste Möglichkeiten für ihren Einstieg in Ausbildung, Studium und Beruf zu verschaffen. Ich habe mir mit BerlinArbeit vorgenommen, die Jugendarbeitslosigkeit bis 2016 auf unter 10 Prozent zu bringen. Noch sind wir mit 11,4 Prozent ein ganzes Stück davon entfernt und ich bin mir sicher, dass die Berliner Jugendberufsagentur uns diesem Ziel näher bringen wird. Entscheidend wird sein, dass wir den Übergang zwischen Schule und Beruf optimieren und am Ende allen passende Ausbildungsplätze mit Zukunft zur Verfügung stellen.“

„Zu viele Jugendliche profitieren noch nicht von den guten Chancen, die ihnen der Berliner Arbeitsmarkt bietet. Aber wir dürfen niemanden zurücklassen, denn alle jungen Menschen werden gebraucht. Bei Bedarf müssen sie jede Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Eine Berliner Jugendberufsagentur ist hierfür ein wichtiger zusätzlicher Baustein. Sie bündelt das Angebot an individueller Hilfe und Unterstützung unter einem Dach – fachlich übergreifend und gut koordiniert“, erläutert Dieter Wagon, Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit.

„Die Handwerkskammer Berlin und die IHK Berlin begrüßen, dass wir heute die Gründung einer Jugendberufsagentur verabschiedet haben. Dies bringt uns dem Ziel näher, dass weniger Jugendliche auf dem Weg in eine duale Ausbildung verloren gehen und weniger Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Die Jugendberufsagentur ist ein wichtiges Vorhaben, das durch weitere Reformen – zum Beispiel der Berliner Oberstufenzentren – flankiert werden muss, so dass Übergänge von der Schule in die duale Ausbildung künftig noch besser gelingen“, so Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin und Vizepräsident der IHK.

„Der heutige Startschuss für Berliner Jugendberufsagenturen ist eine gute Nachricht für junge Menschen und Betriebe in Berlin. Mit den Agenturen entsteht ein zentraler Baustein für das System des Übergangs von der Schule in die Ausbildung. Sie können dazu beitragen, die zu lange Zeit zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn zu verkürzen und die zu hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen zu verringern. Deshalb ist es wichtig, dass die ersten Jugendberufsagenturen vereinbarungsgemäß im ersten Halbjahr 2015 ihre Arbeit aufnehmen”, so Rainer Jahn, Vizepräsident der UVB.

Christian Hoßbach, stellvertretender Vorsitzender des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg, sagt: „Die Einrichtung einer Berliner Jugendberufsagentur ist wichtig für bessere Beratung, bessere Vermittlung und bessere Betreuung der Berliner Jugendlichen auf dem Weg in den Beruf. Wir verstehen sie als Signal für ein aufeinander abgestimmtes Übergangssystem aus einem Guss. Die Jugendberufsagentur ist dabei ein wichtiger Eckpfeiler. Die anderen laufenden Prozesse müssen ebenso konzentriert und ebenso konstruktiv vorangetrieben werden (u.a. zur Berufsorientierung). Klar ist, dass für alle Aufgabenbereiche der Jugendberufsagentur genügend Ressourcen vorhanden sein müssen, damit das Konzept Erfolg hat. Die heutigen Mittel für die Jugendhilfe in den Bezirken werden voraussichtlich nicht überall ausreichen.“

Der Berliner Senat wird nun zügig die Projekteinsetzung unter Beteiligung des Rates der Bürgermeister anstreben. Auftraggeber des Projektes „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“ sind die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft als federführende Verwaltung, die Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen, die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit und drei Berliner Bezirke.