Weiterentwicklung der Berliner Schulstrukturreform

Pressemitteilung vom 16.08.2011

Aus der Sitzung des Senats am 16. August 2011:

Zum Schuljahr 2011/12 gibt es in Berlin insgesamt 118 Integrierte Sekundarschulen. Die im vergangenen Jahr bereits begonnene Umwandlung ehemaliger Haupt-, Real-, und Gesamtschulen in neue Integrierte Sekundarschulen wird zum beginnenden Schuljahr 2011/12 erfolgreich fortgesetzt. Der Prozess der Umwandlung von Schulen und damit der Ablösung des bisherigen dreigliedrigen in ein zweigliedriges Schulsystem ist damit abgeschlossen.

Die Umsetzung des Berliner Modells ist richtungsweisend für die Bildungspolitik in der Bundesrepublik und erhöht die Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen durch die Verringerung der Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. Alle Bildungsabschlüsse bis zum Abitur sind sowohl über die neuen Integrierten Sekundarschulen als auch die Gymnasien erreichbar.

Der Senat hat heute auf Vorlage des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. Jürgen E. Zöllner einen entsprechenden Bericht an das Abgeordnetenhaus zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Schulstrukturreform beschlossen. Berichtet wird über das neue Aufnahmeverfahren an den weiterführenden Schulen, die Weiterentwicklung der schulischen Ganztagsangebote, Kooperationen von den Grundschulen mit Schulen der Sekundarstufen I und II bis zu den Oberstufenzentren, die frühzeitige Berufsorientierung und das Duale Lernen an den neuen Integrierten Sekundarschulen, die Formen der individuellen Förderung und Leistungsdifferenzierung sowie die wissenschaftliche Evaluation der Reform.

Zum neuen Schuljahr wurde erstmals das neue Aufnahmeverfahren zum Übergang von den Grundschulen zu den weiterführenden Schulen durchgeführt. Dieses neue Aufnahmeverfahren, das den Oberschulen mit Übernachfrage erstmals ermöglicht hat, bis zu 70 % ihrer Schulplätze nach Kriterien und 30 % nach Losentscheid zu vergeben, hat sich bewährt. Durch gemeinsam gestaltete und einheitliche Verfahrensweisen der bezirklichen Schulträger, der Schulen und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ist es gelungen, Eltern, Schüler/innen und alle in den Schulen am Verfahren Beteiligten so vorzubereiten, dass von insgesamt 26.787 Anmeldungen 22.512 Erstwünsche und 2.393 Zweit- und Drittwünsche erfüllt werden konnten. Im Vergleich zu vorangegangenen Schuljahren hat dies trotz rund 20 % mehr Schülerinnen und Schülern als in den Vorjahren zu keiner Erhöhung von Widerspruchs- und Klageverfahren geführt.

Integrierte Sekundarschulen und Ganztagsgymnasien haben mit dem Aufwachsen des Jahrganges verbundene höhere Ressourcen zur Weiterentwicklung ihres Ganztagsbetriebes und zum Ausbau von Kooperationen mit außerschulischen Partnern genutzt.

Eine frühzeitige systematische Berufsorientierung von der 7. bis zur 10. Klasse wird durch das Duale Lernen und die Weiterentwicklung des entsprechenden Schulfaches „Wirtschaft, Arbeit und Technik“ gefördert. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Berliner Wirtschaft ist es gelungen, dass inzwischen alle Integrierten Sekundarschulen über eine oder mehrere Kooperationen mit Berliner Unternehmen jeglicher Größenordnung verfügen.

Die Kooperationen mit dem in Berlin gut ausgebauten System der Oberstufenzentren ist systematisch auch im Hinblick auf die Weiterführung der gymnasialen Oberstufen für Integrierte Sekundarschulen weiter entwickelt worden. Die Unterstützungs- und Qualifizierungsprogramme, insbesondere die Fortbildungen für Lehrkräfte für die neuen Formen der individuellen Förderungen von Schülerinnen und Schülern sind ebenfalls mit dem Aufwachsen eines neuen Jahrgangs weiter verstärkt worden.

Die Evaluation der Schulstrukturreform in Berlin wird durch die „BERLIN-Studie“ renommierter Bildungswissenschaftler durchgeführt. Diese Studie wird das Erreichen der Reformziele bewerten und insbesondere wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Reform und des neuen Übergangsverfahrens von der Grundschule zu den allgemein bildenden Oberschulen sowie des Übergangs in Beruf und Studium erbringen.

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