Nachhaltige Strategien zur Verwirklichung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre

Pressemitteilung vom 02.08.2011

Aus der Sitzung des Senats am 2. August 2011:

Zur Verwirklichung der Chancengleichheit für Frauen im Hochschulbereich hat der Senat heute die Fortsetzung des „Berliner Programms zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“ für den Zeitraum 2012 bis 2015 beschlossen. Das Volumen des Programms beträgt ca. 3,4 Mio. € jährlich, wobei sich die Hochschulen zu einem Drittel an der Finanzierung beteiligen. Der Beschluss erfolgte auf gemeinsamer Vorlage des Senators für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Harald Wolf, und des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner.

Etwa 1 Mio. € sollen zweckgebunden für vorgezogene Nachfolgeberufungen von Frauen auf W2- und W3- sowie befristete W2-Stellen in Fächern mit geringem Professorinnenanteil eingesetzt werden. Das Programm finanziert darüber hinaus Postdoc-Stellen, beispielsweise W1-Juniorprofessuren, Gastprofessuren, Stellen für wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterinnen, sowie Mentoring-Maßnahmen.

Frauensenator Wolf: „Ziel des Programms ist es, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen des Wissenschaftssystems nachhaltig zu verbessern. Insbesondere die Teilhabe von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen an Professuren sollen erhöht werden. Das Programm verbindet in besonderer Weise die Förderung der beruflichen Qualifizierung der Einzelwissenschaftlerin und die Verstetigung ihrer wissenschaftlichen Laufbahn mit der Förderung von Maßnahmen zum Abbau struktureller Hemmnisse für die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen. Es trägt dazu bei, dass Genderaspekte in Forschung und Lehre verankert werden.“

Wissenschaftssenator Prof. Dr. Zöllner: „Das Berliner Chancengleichheitsprogramm ist ein wichtiges Instrument der Gesamtstrategie der Hochschulgleichstellungspolitik. Diese ist gekennzeichnet durch die Verankerung der Chancengleichheit im Hochschulrecht, bei den Steuerungsinstrumenten, wie den Hochschulverträgen einschließlich des Systems der leistungsbasierten Hochschulfinanzierung, sowie durch die Bereitstellung von Finanzmitteln für die zielgerichtete Förderung von qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen.“

Das Programm hat in erheblichem Umfang dazu beigetragen, dass Berlin seit Jahren seine Spitzenposition unter den Bundesländern bei der Besetzung von Professuren behauptet: Der Frauenanteil an den Professuren konnte von 14,3 % im Jahr 2001 auf 27,5 % im Jahr 2009 fast verdoppelt werden. Im Vergleich zum Jahr 2001 waren acht Jahre später 393 Professorinnen zusätzlich in Forschung und Lehre tätig. Damit ist in Berlin mittlerweile mehr als jede vierte Professur mit einer Frau besetzt.

Die Leistungen Berlins wurden im bundesweiten Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten vom Center of Excellence Women and Science (CEWS) seit 2005 in Folge mit einem Spitzenplatz bestätigt.

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