Senat hat Musterjugendamt entwickeln lassen, um Organisation und Personalausstattung zu vereinheitlichen

Pressemitteilung vom 02.08.2011

Aus der Sitzung des Senats am 2. August 2011:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung das Konzept für ein „Musterjugendamt“ und dazu ein Personalbemessungssystem zur Kenntnis genommen. Vor Beschlussfassung wird die Vorlage des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme zugeleitet.

Berlin hat derzeit zwölf Bezirke und zwölf Jugendämter. Alle Jugendämter haben im Wesentlichen dieselben, im Sozialgesetzbuch VIII festgelegten Aufgaben. Die Jugendhilfe in Berlin wurde in den letzten Jahren nach dem Fachkonzept „Sozialraumorientierung“ reformiert, was organisatorische Veränderungen bei den Jugendämtern notwendig machte (z.B. Regionalisierung von Diensten). Trotz gleicher gesetzlicher und fachlicher Grundlagen unterscheiden sich die Jugendämter aber in Aufbau und Personalausstattung.

Durch das in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting (SMC) entwickelte Konzept für ein Musterjugendamt sollen nun die Strukturen, Verfahren und die Organisation vereinheitlicht sowie die Personalausstattung auf einen gemeinsamen Standard gebracht werden. SMC untersuchte dafür zunächst in fünf Bezirken (Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick) die Formen und Verfahren der Aufgabenwahrnehmung, die Organisations- und Gremienstrukturen sowie die Ausstattung in den Jugendämtern. Sie erarbeitete Vorschläge für die Personalbedarfsermittlung, Personalbemessung und Organisation der Jugendämter.

Die Jugendämter erfüllen neben generellen Steuerungsaufgaben in der Jugendhilfe eine Vielzahl von Einzelaufgaben, darunter die Beratung von jungen Menschen und deren Familien, Angebote der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, die Planung und Bewilligung von ambulanten oder stationären Hilfen zur Erziehung, den Kinderschutz, die Akquisition, Betreuung, Fortbildung und Kontrolle von Pflegestellen, die Erziehungs- und Familienberatung, die Jugendgerichtshilfe, die Inobhutnahmen bei Kindeswohlgefährdung, die Übernahme von Amtsvormundschaften, die Gutscheinerstellung für die Betreuung in Kindertagesstätten sowie die Akquise, Betreuung und Fortbildung der Tagespflegestellen. Hierfür werden nun einheitliche Standards der Personalausstattung vorgeschlagen. Die Bezirksämter erhalten dadurch konkrete Hinweise für eine bedarfsgerechte Personalausstattung der jeweiligen Jugendämter, die dringend erforderlich sind, um eine Personalentwicklung durchführen zu können. Denn bis Ende 2015 werden Berlins Jugendämter altersbedingt rund 11 % des heute aktiven Personals verloren haben.

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