Wowereit dankt erster Migrantengeneration

Pressemitteilung vom 23.06.2011

Es gilt das gesprochene Wort! Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit dankte in einer Festveranstaltung am 23. Juni 2011 im Roten Rathaus anlässlich des 50. Jahrestages des Anwerbeabkommens mit der Republik Türkei den Migranten und Migrantinnen der ersten Generation für ihre Leistungen, die sie für Berlin erbracht haben.

Wowereit sagte u. a.: „Einige Zuwanderer der ersten Stunde sind unter uns. Ich begrüße sie alle sehr herzlich. Ob Sie aus der Türkei, aus Italien, Jugoslawien, Spanien, Portugal oder Griechenland kamen oder aus Vietnam, Mozambique oder Angola: Sie haben unser Land bereichert, im wahrsten Sinne des Wortes. Berlin bedankt sich.

Zunächst war geplant, dass es ein Rotationsverfahren gibt: Die einen kommen, die anderen gehen. Das war die Politik in Deutschland. Von dauerhafter Zuwanderung war nicht die Rede, weder im Westen noch im Osten.

Aber dann geschah etwas, das niemand so prägnant formuliert hat wie der Schweizer Schriftsteller Max Frisch: ‚Wir riefen Arbeiter, und es kamen Menschen’.

Integration ist millionenfach gelungen. Und ich spreche dabei nicht nur von Stars wie Mesut Özil. Viele Menschen aus der Türkei, aus Italien, Griechenland und anderen Ländern haben in Deutschland und auch in Berlin Wurzeln geschlagen, ohne ihre Liebe zur alten Heimat aufzugeben. Sie sind erfolgreich ihren Weg gegangen, haben sich eine berufliche Existenz aufgebaut – vom Gemüsehändler über den Handwerksmeister bis zur Rechtsanwältin oder Ärztin. Sie schaffen Tausende Arbeitsplätze, bringen sich kulturell ein und engagieren sich gesellschaftlich, auch in der Politik. Und sie lassen sich dabei längst nicht mehr allein auf ihre Herkunft reduzieren, sondern haben sich einen Namen als Fachfrau oder Fachmann auf den verschiedenen Feldern der Politik gemacht, als engagierte Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Die vielen Erfolge machen Mut, auch die Probleme und Herausforderungen der Integration anzugehen.

Was wäre Berlin ohne seine Zuwanderer? Das ist keine rhetorische Frage, auch wenn es noch viel zu tun gibt, um Integrationshemmnisse zu beseitigen. Aber fest steht: Berlin hat den Zuwanderern unendlich viel zu verdanken: wirtschaftlich, kulturell, politisch und vor allem menschlich.

Berlin bedankt sich bei Ihnen allen sehr herzlich.“

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