Umsetzungsbericht 2011 zum Masterplan Industriestadt Berlin 2010 - 2020

Pressemitteilung vom 21.06.2011

Aus der Sitzung des Senats 21. Juni 2011:

Vor einem Jahr hat der Senat den Masterplan Industriestadt Berlin 2010 – 2020 beschlossen. Dieses Arbeitsprogramm sieht konkrete Projekte für die Entwicklung der Industriestadt Berlin vor. Ihre Umsetzung liegt beim Netzwerk Industriepolitik, einem breiten Bündnis aus Senat, Kammern, Verbänden und Gewerkschaften. Der Senat hat heute auf Vorlage des Senators für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Harald Wolf, eine erste Bilanz gezogen und den Umsetzungsbericht 2011 beschlossen.

Senator Wolf: „Industriepolitik wird zunehmend ressortübergreifend verstanden. Gemeinsam mit den Partnern im Netzwerk Industriepolitik wird der Standort Berlin gezielt durch den laufenden Umsetzungsprozess der Masterplanprojekte entwickelt. Damit hat die Industriepolitik in Berlin eine neue und keineswegs selbstverständliche Qualität erreicht.“

Der Umsetzungsbericht 2011 zum Masterplan Industriestadt Berlin 2010 – 2020 spiegelt diese Qualität wieder.

Ausgewählte Projekte:

• Im Leitprojekt „Flughafen Tegel als Industriestandort der Zukunft nachnutzen und qualifizieren“ wurde das Nachnutzungskonzept entwickelt. Das entsprechende Standortprofil für die industrielle Nachnutzung wurde vom Senat beschlossen.
• Innerhalb des Projektes „Durch aktive Flächenpolitik Flächen erfassen und sichern“ wurde der Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe vom Senat beschlossen. In diesem Zusammenhang wurden alle Flächen erfasst, die für eine zukünftige gewerbliche bzw. industrielle Nutzung in Betracht kommen (Potenzialflächen).
• Ende Februar 2011 startete die Internetseite http://www.transfer-allianz.de als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer effektiveren Vernetzung der Partner des Wissens- und Technologietransfers in Berlin. Damit wurde ein wichtiger Schritt zu einer gemeinsamen Internetplattform für den Wissens- und Technologietransfer getan.
• Die „Hemmnisstudie“, in der bestehende Hemmnisse im Wissens­ und Technologietransfer identifiziert wurden, konnte 2010 fertiggestellt und im Januar 2011 veröffentlich werden. Dazu wurden zum einen Berliner Unternehmen nach den Faktoren befragt, die aus ihrer Sicht die Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen erschweren. Zum anderen wurden Unternehmensprojekte begleitet und dokumentiert mit dem Ziel, die Gründe für diese Hemmnisse benennen zu können. Es gilt nun, aus den Ergebnissen der Studie konkrete Maßnahmen abzuleiten.
• Da sich die zahlreichen Angebote und Instrumente für Forschungskooperationen nicht immer ausreichend auf die speziellen Bedürfnisse und Anforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) beziehen, wurde das Programm „Transfer BONUS“ in einer erfolgreichen Pilotphase durchgeführt. Praxisorientiert und zeitnah lassen sich damit Verbundprojekte zwischen der Wissenschaft und innovativen KMU fördern. Seit dem 1. Januar 2011 wird das Programm nun mit erweiterten Förderkonditionen fortgeführt.
• Ein weiteres wichtiges Resultat der Masterplanumsetzung ist der Aufbau des Instituts für Angewandte Forschung e.V. an den Berliner Fachhochschulen, welches mittlerweile im Regelbetrieb arbeitet.
• Um das Interesse von Schülerinnen und Schülern an der Industrie zu wecken, wurde im Bereich der Sekundarschulen die Servicestelle Duales Lernen eingerichtet.
• Die Industriekampagne im Rahmen von „beBerlin“ startete im vergangenen Jahr erfolgreich regional und läuft nun überregional. Sie ist zugleich Jahresthema bei einer Vielzahl von Messegemeinschaftsständen des Landes Berlin.

Wolf: „Aber auch die positive konjunkturelle Entwicklung belegt, dass wir den richtigen Weg gehen: Die Wirtschaftsleistung der Hauptstadt liegt heute rund 13 % über dem Niveau von 2005; bundesweit sind es nur knapp 6 %. Wir rechnen damit, dass die Leistung 2011 weiter wachsen wird – um etwa 3 %. Dazu trägt auch die Industrie bei, deren reale Bruttowertschöpfung 2010 um 5,8 % anstieg, ohne dass die Industrie in Berlin vom Krisenjahr 2009 so stark betroffen war wie im Bundesdurchschnitt. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten konnte die Industrie ebenfalls Zuwächse verzeichnen: Im März 2011 lag die Zahl der Industriebeschäftigten in Berlin bei 105.100. Das waren knapp 1.900 Beschäftigte über dem Stand vom März 2010.“

Auch national und international wird die Region zunehmend interessanter. Im Jahr 2010 haben sich mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung, der Berlin Partner GmbH, 105 Unternehmen in Berlin neu angesiedelt oder ihren existierenden Standort erweitert. Sie wollen 4.540 neue Arbeitsplätze schaffen und 247 Mio. € investieren. 2009 kamen noch 77 Unternehmen mit 2.020 Arbeitsplätzen nach Berlin.

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