Senat beschließt Stadtentwicklungsplan Klima

Pressemitteilung vom 31.05.2011

Aus der Sitzung des Senats am 31. Mai 2011:

Auch Berlin muss sich auf den Klimawandel einstellen und anpassen. Es ist wissenschaftlich unumstritten, dass der globale Klimawandel auch mit den ambitioniertesten Klimaschutzzielen nicht mehr umkehrbar ist. Mit dem heute auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer vom Senat beschlossenen Stadtentwicklungsplan Klima (StEP Klima) liegt ein zentraler Baustein vor, um die Stadt für die klimatischen Herausforderungen zukunftsfähig zu machen.

Der StEP Klima liefert einen klaren Orientierungsrahmen für die gesamtstädtische räumliche Planung, um die Anpassungen an den Klimawandel zu bewältigen. Er fügt sich damit in das klimapolitische Arbeitsprogramm des Senats ein. Dabei konzentriert sich der StEP Klima auf vier raumbezogene Handlungsfelder:

• Bioklima im Siedlungsraum,
• Grün- und Freiflächen,
• Gewässerqualität und Starkregen,
• Klimaschutz.

Die Veränderungen des Bioklimas durch das Ansteigen der Temperaturen um bis zu 2,5 °C werden sich für ältere, kranke und vorbelastete Menschen negativ auswirken. Lange Hitzeperioden und kaum absinkende Nachttemperaturen machen schon Gesunden zu schaffen. Es ist darum wichtig, für Verschattung und Kühlung in der Stadt zu sorgen. Grün auf, an und um Häuser herum zu bringen ist eine Möglichkeit, das Bioklima zu verbessern und insbesondere in verdichteten Quartieren für Entlastung zu sorgen. Berlin ist schon eine grüne Stadt, doch können weitere kleinere, auch temporäre Grün- und Freiflächen einen Beitrag zur Abkühlung und für frische Luft bringen.

Senatorin Junge-Reyer: „Die Sicherung und Steigerung der Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt sind die größte Herausforderung, vor die uns der Klimawandel stellt. Wir müssen uns zum einen an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anpassen und zum anderen die vom Menschen verantworteten Ursachen des Klimawandels reduzieren. Der Stadtentwicklungsplan Klima leistet einen wesentlichen Beitrag, um Berlin fit für den Klimawandel zu machen und gesunde Lebensverhältnisse in der Großstadt zu sichern.“

Ein nachhaltiger Anpassungsprozess wird lange dauern. Deshalb muss die Stadt heute reagieren und sich der Kernfrage stellen: Wie kann Berlin seine Stadträume und Infrastrukturen so widerstandsfähig gestalten, dass sie den Auswirkungen des Klimawandels gewachsen sind? In dem Aktionsplan zum StEP Klima werden Maßnahmen und Handlungskonzepte aufgezeigt und Projekte vorgestellt, die dazu beitragen sollen, diese Frage zu beantworten. Die Projekte verdeutlichen, dass Berlin bereits für die klimagerechte Stadt plant. Beispiele sind der klimaangepasste Umbau des Görlitzer Parks und die nachhaltige Entwicklung des neuen Stadtquartiers Europacity Heidestraße. Die ökologische Gewässerentwicklung und Regenwasserbewirtschaftung der Stadtspree sowie der naturnahe Ausbau der Panke sind Maßnahmen gegen die zu erwartenden Starkregen und deren negative Folgen für die Gewässerqualität in der Stadt.

Hinsichtlich des Klimaschutzes ist Berlin auf einem guten Weg. Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Senkung des Energieverbrauchs und zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien sind eingeleitet. Sie müssen aber noch verstärkt werden.

Senatorin Junge-Reyer: „Die Strategien und Maßnahmen, die der Stadtentwicklungsplan Klima für die Anpassung an den Klimawandel vorschlägt, werden nur dann wirksam greifen, wenn zugleich der Klimaschutz intensiviert wird.“

Weitere Informationen stehen im Internet zur Verfügung unter:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/download/step_klima_ag/

- – -