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Stadterneuerungsprogramm sorgt für Erhalt der Kiez-Strukturen – erfolgreicher Abschluss für vier weitere Sanierungsgebiete

Pressemitteilung vom 12.04.2011

Aus der Sitzung des Senats am 12. April 2011:

Der Senat hat heute vier weitere Sanierungsgebiete des Gesamtberliner Stadterneuerungsprogramms aus dem Sanierungsstatus entlassen: Warschauer Straße in Friedrichshain, Winsstraße und Bötzowstraße in Prenzlauer Berg sowie Wollankstraße in Pankow.

Der Senat hat dazu die von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer vorgelegte Zwölfte Änderungsverordnung über die förmliche Festlegung von Sanierungsgebieten erlassen.

Im Sanierungszeitraum von 1994 bis 2010 hat Berlin zusammen mit dem Bund und der EU in den vier Gebieten rund 120 Mio. € in die Aufwertung und den Ausbau von Schulen, Kitas, Kultureinrichtungen und die Verbesserung des Wohnumfeldes investiert. Für Modernisierung und Instandsetzung wurden weitere 135 Mio. € öffentliche Gelder ausgegeben.

Durch den konzentrierten Einsatz der Mittel in den Sanierungsgebieten ist ein andauernder, dynamischer Veränderungsprozess eingeleitet worden. Die Gebiete haben sich im vergangenen Jahrzehnt zu lebendigen und jungen Wohnquartieren mit über 30.000 Bewohnerinnen und Bewohnern entwickelt.

Senatorin Junge-Reyer: „In den vier Gebieten sind insgesamt 65 % aller Wohnungen mit einem hohen Anteil öffentlicher Förderung modernisiert und instand gesetzt worden. Noch vor 15 Jahren gab es hier Wohnungen, die keine Bäder oder auch die Toilette einen Stock tiefer hatten. Heute haben sie einen guten, modernen Standard. Auch die damit verbundene Begrenzung der Miethöhe und die Belegungsrechte durch die Bezirke haben zu lebenswerten Kiezen mit bezahlbaren Wohnungen für alle Bevölkerungsschichten geführt. Hier gibt es jetzt eine gesunde Mischung, wie ich sie in Berlin erhalten und ausbauen möchte. Dass die Lebensqualität in den Gebieten gestiegen ist, zeigt zum Beispiel, dass dort in der letzten Dekade mehr als 5.000 Menschen zugezogen sind.“
Die Senatorin betonte, dass insbesondere der Anstieg der Zahl der unter sechsjährigen Kinder seit 1998 im Stadtzentrum eindrucksvoll den Trend zur Rückkehr der Familien in die Innenstadt veranschauliche.

Eine wichtige Voraussetzung für diesen Trend war es, die Quartiere lebendig und zukunftsfähig zu gestalten und dabei den Gebietscharakter zu erhalten. So konnte z. B. das Sanierungsgebiet Warschauer Straße als gemischt genutztes Gebiet mit Wohnen am Blockrand und anwohnerorientiertem Gewerbe im Blockinnenbereich überwiegend bewahrt werden. Zu deutlichen Verbesserungen der stadträumlichen Situation trugen auch die Neugestaltung der Mittelpromenade der Warschauer Straße, die Entsiegelung und Begrünung privater Hofflächen und die Pflanzung von Straßenbäumen bei.

Gute Bedingungen für das Lernen und die Betreuung von Kindern und Jugendlichen sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich junge Familien entscheiden, wieder in innerstädtischen Gebieten zu leben. Gezielt wurden deshalb in den Sanierungsgebieten Winsstraße und Bötzowstraße Einrichtungen der sozialen Infrastruktur aufgewertet und ausgebaut. Spiel- und Freiflächen wurden neu angelegt und gestaltet. Die Gebiete wurden verkehrsberuhigt. Damit verbesserte sich die Lebensqualität für alle Anwohnerinnen und Anwohner.

Ein weiterer Aspekt gesteigerter Wohn- und Lebensqualität ist es, zielgenau auf die Bedürfnisse bestimmter Bevölkerungsgruppen einzugehen. Generationsübergreifende Wohnprojekte, Seniorenwohnhäuser und Wohnprojekte von Baugruppen sind Beispiele für alternative Wohnformen. Im Sanierungsgebiet Wollankstraße lebten zu Beginn der Sanierung ca. 6.000 Menschen – heute sind es 7.500. In der Alten Mälzerei z. B. wurden historische Fabrikgebäude zu 130 neuen, barrierefreien Wohnungen umgenutzt.

Zwischen 1993 und 1995 wurden 22 Sanierungsgebiete festgelegt – vorrangig im Ostteil der Stadt. 15 dieser Gebiete sind bisher aus dem Sanierungsstatus entlassen worden.

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