Würde in der letzten Lebensphase – Senat legt Hospiz- und Palliativkonzept vor

Pressemitteilung vom 04/12/11

Aus der Sitzung des Senats am 12. April 2011:

Der Senat will die Betreuung, Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in Berlin weiter verbessern. Er hat auf Vorlage der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Carola Bluhm, ein Hospiz- und Palliativkonzept für das Land Berlin beschlossen. Das Konzept wurde auf der Grundlage eines Berichtsauftrages des Abgeordnetenhauses unter dem Titel „Würde in der letzten Lebensphase“ erarbeitet. Es ist damit die zweite Fortschreibung der Hospizkonzepte aus den Jahren 1998 und 2005.

Wie in kaum einem anderen Bereich der Gesundheits- und Sozialpolitik haben sich in Bezug auf Sterben und Tod dynamische und tiefgreifende Veränderungen vollzogen. Großen Anteil daran hat die Hospizbewegung, die sich auf der Grundlage der Hospizidee im Sinne der schwerstkranken und sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen einsetzt.

Senatorin Bluhm: „Schwerkranke und sterbende Menschen sollen darauf vertrauen können, dass sie in ihrem letzten Lebensabschnitt nicht allein gelassen werden und dabei eine gute Pflege, Geborgenheit und Zuwendung erhalten. Sie sollen darauf vertrauen können, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse wahrgenommen und respektiert werden, sie möglichst bis zu ihrem Lebensende in der gewohnten und vertrauten Umgebung bleiben und ihr Leben in Frieden und Würde beschließen können. Ich bin froh, dass die Hospizarbeit und Palliativversorgung in den vergangenen Jahren weiter vorangekommen ist.“

In Berlin gibt es mittlerweile 25 ambulante Hospizdienste, darunter fünf Kinderhospizdienste, sowie zwölf stationäre Hospize mit insgesamt 175 Betten, davon ein Hospiz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. In der Hospizarbeit engagieren sich etwa 1.300 Ehrenamtliche. Im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung gibt es zurzeit 82 zugelassene Ärzte und 19 angegliederte spezialisierte ambulante Pflegedienste. Sieben Palliativstationen ergänzen die ambulante Palliativversorgung. Berlin verfügt darüber hinaus mit der Zentralen Anlaufstelle Hospiz über ein spezifisches Beratungsangebot.

Aufbauend auf dem bisher erreichten Stand seit 2006 wird das Hospiz- und Palliativkonzept in neun Handlungsfeldern fortgeschrieben.

Das Land konzentriert sich dabei auf die Öffentlichkeitsarbeit, die Verbesserung der gesamtstädtischen Infrastruktur, die Fortentwicklung von Schwerpunkten, wie der Hospizkultur und Palliativkompetenz in vollstationären Pflegeeinrichtungen, sowie auf die Vernetzungsarbeit der Akteure. Das geschieht zum Beispiel durch den Runden Tisch Hospiz- und Palliativversorgung, zu dem die Senatssozialverwaltung regelmäßig einlädt. Dabei ist es das Ziel, dass die Hospiz- und Palliativversorgung nicht nur in dafür spezialisierten Einrichtungen erfolgt, sondern zu einem integralen Bestandteil des gesamten Versorgungssystems wird.

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