Senat erweitert die Angebote für Menschen mit Demenz in Berlin und fördert Selbsthilfe sowie Ehrenamt in der Pflege

Pressemitteilung vom 22.03.2011

Aus der Sitzung des Senats am 22. März 2011:

Mehr und bessere Angebote zur Betreuung von Menschen mit Demenz soll es künftig in Berlin geben. Außerdem werden die pflegebegleitende Selbsthilfe und die ehrenamtliche Arbeit verstärkt gefördert.

Dafür hat der Senat heute mit der Pflege-Betreuungs-Verordnung die entsprechenden Rechtsgrundlagen beschlossen. Die Vorlage wurde von der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Carola Bluhm, eingebracht. Möglich geworden war diese Verordnung durch eine gesetzliche Neuregelung in der Pflege.

Zum einen soll das Angebot für demenzkranke Menschen, die im häuslichen Umfeld gepflegt werden, erweitert und qualitativ verbessert werden. Ebenso sollen pflegende Angehörige verstärkt bei ihrer anspruchsvollen Tätigkeit entlastet und begleitet werden.
Bereits jetzt hält Berlin ein breites Spektrum von niedrigschwelligen Angeboten vor, bei denen Helferinnen und Helfer unter fachlicher Anleitung demenz- und psychisch kranke oder geistig behinderte Menschen betreuen. Das geschieht meist stundenweise und entlastet pflegende Angehörige. Zur Sicherung der Qualität bedürfen diese Angebote einer Anerkennung durch die Senatssozialverwaltung. Nach Anerkennung können sie insbesondere in der Aufbauphase finanziell gefördert werden. Die Förderung erfolgt je zur Hälfte durch das Land und durch die Pflegekassen. In Berlin gibt es bereits über 150 anerkannte niedrigschwellige Angebote, von denen rund ein Drittel auch eine Förderung erhält.

Zum anderen wird mit der neuen Verordnung die Förderung von Ehrenamt und Selbsthilfe geregelt. In jedem Bezirk wird eine Kontaktstelle für pflegebegleitendes Ehrenamt und Selbsthilfe gefördert. Aufgabe der Kontaktstellen ist es, wohnortnah kleinere Selbsthilfe- und Ehrenamtsstrukturen für betreuende und pflegende Angehörige sowie Pflegebedürftige, die in einem häuslichen Umfeld leben, zu unterstützen. Konkret kann dies bedeuten, dass Räume und Ausstattung beispielsweise für Selbsthilfegruppen zur Verfügung gestellt werden. Auch können Aufwandsentschädigungen für ehrenamtlich Tätige geleistet werden.

Die zwölf neuen Kontaktstellen sind überwiegend an das bereits bestehende Netz der Selbsthilfekontaktstellen angebunden. Sie unterstützen auch pflegebedürftige Personen mit körperlichen Erkrankungen und deren Angehörige.
Der Aufbau der zwölf Kontaktstellen wird zur Hälfte von den Landesverbänden der Pflegekassen in Berlin und dem Verband der privaten Krankenversicherung e.V. sowie ebenfalls zur Hälfte vom Land finanziert.

http://www.berlin.de/pflege/angebote/ambulant/kontaktstelle.html
http://www.berlin.de/pflege/

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