Zwischenbericht zur Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“

Pressemitteilung vom 22.02.2011

Aus der Sitzung des Senats am 22. Februar 2011:

Die Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ wird mit viel Engagement von Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam umgesetzt. Sie zielt darauf, den Schutz von Opfern homophober Gewalt und Diskriminierung auszubauen, den Dialog zwischen unterschiedlichen Gruppen in der Berliner Zivilgesellschaft kontinuierlich zu fördern und die Sensibilität gegenüber sexueller Vielfalt sowohl in der Verwaltung als auch im Jugend- und Bildungsbereich zu fördern.

Der Senat hat heute einen Zwischenbericht an das Abgeordnetenhaus über die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen beschlossen. Er wurde von der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Carola Bluhm, vorgelegt.

Im Berichtsjahr 2010 wurden beispielsweise bezirkliche Jugendämter aktiviert sowie Materialien zum Thema Sexuelle Vielfalt für den Einsatz in Schulen erarbeitet und bereitgestellt. Erste Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte sowie Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wurden durchgeführt. Erstellt wurde auch eine Konzeption für Diversity-Schulungen innerhalb der Berliner Verwaltung. Prävention, Aufklärung und das zivile Engagement wurden durch sechs geförderte Projekte begleitet. Zur Lebenssituation von Lesben, Schwulen und Bisexuellen wurden wissenschaftliche Studien erarbeitet. Darüber hinaus wurden zwei Studien konzipiert, die den Sexualkundeunterricht und die Einstellungen Berliner Schülerinnen und Schüler zu sexueller Vielfalt beleuchten sollen. Die Ergebnisse der Studien werden Ende des Jahres erwartet.

Das Abgeordnetenhaus hatte am 2. April 2009 die Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ einstimmig beschlossen. Gemeinsam mit Verbänden und Selbsthilfeorganisationen erarbeiteten die zuständigen Senatsverwaltungen einen Maßnahmenkatalog, der rund 70 Aktionen und Rechtsangleichungen auf Landes- und Bundesebene enthält. Am 16. Februar 2010 beschloss der Berliner Senat das Maßnahmenpaket und stellte hierfür 2,1 Mio. € für die Jahre 2010 und 2011 bereit.

In Berlin gibt es eine lange Tradition des Engagements gegen Diskriminierungen jedweder Art. Mit der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ wurde ein umfassender Aktionsplan ins Leben gerufen, der alle relevanten Handlungsfelder umfasst. Er ist langfristig angelegt und kann damit nachhaltig Wirkung entfalten. Das Land Berlin hat damit erneut ein deutliches Signal für die Gleichstellung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen gesetzt.

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