Schmitz übergibt Informationstafel zum Gedenken an T4

Pressemitteilung vom 10.07.2008

Kulturstaatssekretär André Schmitz hat heute eine doppelseitige Informationstafel zum Gedenken an das nationalsozialistische Mordprogramm an Kranken und Behinderten – der sogenannten „Aktion T4“ – der Öffentlichkeit übergeben.

Schmitz: „Wir wollen an diesem historischen Ort an die lange vergessenen – und ausgegrenzten – Opfer dieser so genannten Euthanasie-Programme erinnern. Wir wollen aber auch ein Zeichen setzen, das anregt, über den heutigen Umgang mit physisch und psychisch behinderten Menschen nachzudenken.”

Die Informationstafel auf dem Vorplatz der Berliner Philharmonie, Tiergartenstraße / Herbert-von-Karajan-Straße markiert den historischen Ort einer Stadtvilla in der Tiergartenstraße 4, in der das so genannte „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten geplant und organisiert wurde.

Im Oktober 1939 verfasste Hitler ein Ermächtigungsschreiben, das er auf den 1. September 1939 (Kriegsbeginn) zurückdatierte und in dem er die Tötung von „unheilbar Kranken“ legitimierte. Dieses Schreiben stellt den Beginn der „Aktion T4“ dar, bei der Patienten von Heil- und Pflegeanstalten, Krankenhäusern und der Forensischen Psychiatrie, aber auch Bewohner von Alten- und Fürsorgeheimen vor allem im Hinblick auf ihre Arbeitsfähigkeit und so genannte „Rassezugehörigkeit“ überprüft und in Tötungsanstalten transportiert wurden. Nach Protesten, vor allem von kirchlicher Seite, wurde die Massentötung im August 1941 offiziell gestoppt. Die Tötung von Kranken und Behinderten wurde dennoch – mit größerer Geheimhaltung – fortgesetzt, so dass mindestens 200 000 Menschen im Rahmen der NS-„Euthanasie“ ermordet wurden.

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