Berliner Museen und Gedenkstätten wollen behindertenfreundlicher werden

Pressemitteilung vom 25.06.2008

Die Berliner Museen und Gedenkstätten wollen sich intensiver um die Barrierefreiheit ihrer Häuser und Veranstaltungen bemühen. Das ist das Ergebnis eines überaus gut besuchten Workshops des Landesverbandes der Berliner Museen in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Berliner Kulturverwaltung sowie dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen im Berliner Naturkundemuseum am 23. Juni 2008.

„Barrierefreiheit beginnt in den Köpfen“, sagte der Leiter der Arbeitsgruppe „Kultur für Menschen mit Behinderungen“ in der Senatskanzlei, Rainer E. Klemke, und forderte ein Umdenken schon bei der Planung von Ausstellungen. Es gehe nicht allein um das Abarbeiten von DIN-Normen der Bauvorschriften, sondern um eine grundsätzliche Einstellungsänderung und um die Aufnahme eines kontinuierlichen Dialogs mit den Verbänden, den der Landesbeauftragte für Behinderte, Martin Marquardt anbot. Über das von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung herausgegebene beispielhafte Handbuch „Barrierefreies Planen und Bauern in Berlin“ hinaus, das von Ingeborg Stude vorgestellt wurde, wollen die Akteure eine „Checkliste zur Barrierefreiheit“ erarbeiten, die die Partizipation von Behinderten in der laufenden Museums- und Gedenkstättenarbeit ermöglichen soll. Diese Liste solle – so die Forderung des Workshops – künftig auch Prüfpunkt für die Begutachtung von Förderanträge aus öffentlichen Mitteln sein. Der Vorsitzende des Landesverbandes der Museen, Prof. Bernhard Graf, regte an, best praktice-Beispiele, wie sie auch auf dem Symposion vorgestellt wurden, wie z.B. die Konzeption der Blindenwerkstatt Otto Weidt in der Gedenkstätte Stille Helden, als positive Beispiele auszuzeichnen. Man werde sich, so Prof. Graf, dieses Themas mit weiteren Veranstaltungen annehmen, um ein Umdenken bereits in der Planungsphase von Ausstellungen und Veranstaltungen in allen Bereichen der Museumsarbeit voranzubringen.

Kontakt: Prof. Dr. Bernhard Graf, Institut für Museumsforschung der Stiftung
Preußischer Kulturbesitz, Tel.: 030 8301460 Ingeborg Stude, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
Tel.: 030/9012 8553 Rainer E. Klemke, Senatskanzlei, Tel.: 030 90 228540

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Dr. Torsten Wöhlert
Telefon: 90 228 203
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