Zug der Erinnerung: Schmitz fordert Machtwort von Mehdorn

Pressemitteilung vom 08.04.2008

Als „absolut unverständlich, peinlich, und provinziell“ hat Berlins Kulturstaatssekretär, André Schmitz, das Verhalten der Deutschen Bahn AG gegenüber der Bürgerinitiative Zug der Erinnerung bezeichnet. Die Berliner Kulturverwaltung fördert die Initiative „Zug der Erinnerung“ auf Initiative von Schmitz mit 9.000 Euro.

André Schmitz: „Es wird Zeit, dass Herr Mehdorn endlich ein Machtwort spricht. Das Verhalten der Deutschen Bahn ist absolut unverständlich und schadet nicht nur dem Ansehen des Unternehmens, sondern auch den Bemühungen Berlins, sich seiner Geschichte als Machtzentrum des NS-Regimes zu stellen. In Berlin scheuen das Land und der Bund seit Jahren weder Kosten noch Mühen, um die Erinnerung an die NS-Herrschaft, die Täter und Ihre Opfer wach zu halten. Dass der Zug der Erinnerung ausgerechnet in Berlin aufs Abstellgleis geschoben werden soll, ist nicht hinnehmbar. An Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten ist der jüngst bekannt gewordene Versuch des Bahnkonzerns, den Zug der Erinnerung durch eine Art modernen Ablasshandel auszubremsen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine jüdische Einrichtung gibt, die das 100.000 Euro–Spendenangebot der Bahn annimmt.
Die Bahn ist ein öffentliches Unternehmen. Wenn das würdelose Gezerre um Trassennutzungsgelder, Haltestundengebühren und Rauchmelder nicht aufhört, wird es Zeit, dass der Eigentümer seine Verantwortung wahrnimmt.“

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