Beleuchtungskonzept für Berlin beschlossen

Pressemitteilung vom 04.09.2007

Aus der Sitzung des Senats am 4. September 2007:

Der Senat hat auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer den Bericht über das Gesamtkonzept für die öffentliche Beleuchtung beschlossen. Er wird nun dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Das Konzept beschäftigt sich mit der Erhaltung der Verkehrs- und Betriebssicherheit, der Reduzierung der Betriebskosten und der Verbesserung des Stadtbildes.

Gewährleistung der Verkehrs- und Betriebssicherheit

Nach jahrzehntelanger Wartung und Instandsetzung der Beleuchtung durch BEWAG und GASAG mit Selbstkostenerstattung hat nach europaweiter Ausschreibung und damit unter Wettbewerbsbedingungen seit dem 1. Juli 2000 eine private Firma den Betrieb der öffentlichen Beleuchtung zu rd. 60 % reduzierten Kosten (gegenüber Selbstkostenerstattung) übernommen.

Ein eingesetztes Beraterkonsortium hat festgestellt, dass das zurzeit angewendete Modell das zweckmäßigste ist. Da sich der bestehende Vertrag im Kern bewährt hat, soll sich die notwendige Neuausschreibung der öffentlichen Beleuchtung an ihm orientieren. Allerdings soll er durch die Übertragung zusätzlicher Modernisierungsaufgaben erweitert werden. Mit der europaweiten Ausschreibung wird nach zustimmender Kenntnisnahme durch das Abgeordnetenhaus begonnen. Ziel ist, dass der neue Vertrag am 1. Juli 2008 in Kraft tritt.

Zu den zusätzlichen Modernisierungsaufgaben des künftigen Betreibers gehört der Austausch von ca. 60.000 veralteten Tonfrequenzrundsteuerungsgeräten, die über Impulse im Stromnetz des Netzbetreibers Vattenfall zugehörige Straßenleuchten im Westteil der Stadt nicht mehr zuverlässig ein- und ausschalten. Eine Weiternutzung dieses sehr störanfälligen Schaltsystems wäre nur mit erheblichen Zusatzkosten für Berlin möglich. Die erforderlichen Umrüstungskosten gleichen sich zu einem großen Teil innerhalb von fünf Jahren durch die geringeren Schaltkosten bei der Funksteuerung aus.

Reduzierung der Betriebskosten

Die öffentliche Beleuchtung Berlins umfasst ca. 176.000 Elektroleuchten und 44.000 Gasleuchten. Ein Großteil hat die wirtschaftliche Lebensdauer überschritten und ist überaltert. Daraus resultieren naturgemäß hohe Betriebskosten, die durch die Vielfalt der rund 1.600 Leuchtentypen zusätzlich gesteigert werden. Deshalb ist die Senkung der Betriebskosten ein vorrangiges Ziel des Gesamtkonzeptes. Hierbei stehen die Energiekosten im Vordergrund, was einen Beitrag zum Umweltschutz bedeutet.
Durch den Einsatz moderner Spiegeltechnik sowie durch Energiesparlampen lassen sich bei den Elektroleuchten bis zu 50 % Energie einsparen. Die Entwicklung moderner LED-Technik sowie von Beleuchtungsdimmsystemen wird verfolgt, ist aber unter den gegebenen Randbedingungen für eine Straßenbeleuchtung noch nicht wirtschaftlich nutzbar. Durch moderne Beleuchtungstechnik lassen sich auch die Wartungskosten reduzieren. So müssen z. B. durch die deutlich verlängerten Brennzeiten die modernen Lampen nur halb so häufig ausgewechselt werden, was gleichzeitig seltener den Einsatz eines teuren Steigerfahrzeuges erfordert. Durch eine sinnvolle Reduzierung der Leuchtenvielfalt sollen weitere Wartungs- und Instandsetzungskosten gespart werden.

Einen Schwerpunkt bei der Senkung der Betriebskosten bildet im nächsten Vertragszeitraum der Austausch von ca. 8.400 Gasreihenleuchten gegen Elektroleuchten. Die vorhandenen Gasreihenleuchten verbrauchen besonders viel Energie und bedingen wegen ihrer großen Störanfälligkeit hohe Wartungskosten. Der Austausch soll innerhalb von fünf Jahren überwiegend durch die reduzierten Betriebskosten finanziert werden. Dieser insbesondere in Hauptverkehrsstraßen stehende Lampentyp wird nur selten als Gasleuchte wahrgenommen.

Verbesserung des Stadtbildes

In ihrer mehr als 300 Jahre alten Geschichte hatte die Stadtbeleuchtung stets einen wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung der Stadt. Ziel des vorgelegten Gesamtkonzeptes ist deshalb auch, stadtbildprägende Leuchten möglichst zu erhalten.

Senatorin Junge-Reyer: „Die Straßenbeleuchtung prägt ganz wesentlich die Stimmung in der nächtlichen Stadt. Wir können die Stadt durch Licht eindrucksvoll in Szene setzen. Deshalb beabsichtigen wir, durch den gezielten Einsatz von Licht die Identifikation mit den unterschiedlichen städtischen Bereichen zu erhöhen. Dabei soll neben der Notwendigkeit, Stadträume durch künstliches Licht nachts nutzbarer und sicherer zu machen, die Inszenierung des Stadtraumes bei einbrechender Dunkelheit im Vordergrund stehen.
Deshalb wird von der Innenstadt ausgehend schrittweise ein Lichtkonzept für Berlin entwickelt. Es wird z. B. festlegen, welche städtebaulich herausragenden Orte, Straßen-, Straßenzüge, Plätze und Quartiere lichttechnisch zu betonen oder welche Bauwerke anzustrahlen sind. So werden wir beispielsweise prüfen, ob das Spreeufer abschnittsweise oder punktuell angestrahlt wird oder ob bestimmte Wegeführungen viel besuchter innerstädtischer Grünanlagen zu beleuchten sind.“

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