Wowereit gratuliert Geschonneck zum 100. Geburtstag

Pressemitteilung vom 22.12.2006

Sperrfrist 26. Dezember 2006

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat den Schauspieler Erwin Geschonneck zu dessen 100. Geburtstag am 27. Dezember 2006 beglückwünscht.

Wowereit schrieb u.a.: „Zu Ihrem 100. Geburtstag übermittle ich Ihnen im Namen Berlins, seines Senats sowie persönlich die herzlichsten Grüße und Glückwünsche.

Ihr Ehrentag stürzt unsere Stadt sozusagen ins Geschonneck-Fieber. Die Akademie ehrt Sie, Ihre berühmtesten Filme werden gezeigt, eine Ausstellung wird eröffnet, Bücher werden vorgestellt. Sie sagen sicher: ‚Großer Bahnhof!’ Ich sage: ‚zu Recht!’ Es gilt einen Schauspieler zu ehren, der sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Herzen seines Publikums gespielt hat. Hintergründig, mit Witz und Humor, mit Aufrichtigkeit und ohne Pathos haben Sie im Theater und in über hundert Filmen das Leben in all seinen Facetten dargestellt. Ihrer großen Authentizität ist Ihr Erfolg geschuldet. Sie sind ein Volksschauspieler, einer, den man als Komödianten immer ernst genommen hat. Der Künstler Erwin Geschonneck war aber nicht nur beliebt, er hat in der DDR auch wider den Stachel gelöckt, mancher seiner Filme verschwand recht schnell in den Archiven.

Wenn Sie heute auf Ihr Leben zurückblicken, so liegen zwischen ‚Kuhle Wampe’ und ‚Matulla und Busch’ ungeheuer produktive Jahre. Mit dem Streifen ‚Jakob der Lügner’, in dem Sie so erfolgreich den Kowalski verkörperten, erreichten Sie die einzige Oscar-Nominierung, die einem Defa-Film zuteil wurde. Kunst und Nationalpreise, Bundesfilmpreise, das Filmband in Gold sprechen für die Anerkennung und Wertschätzung, die Sie erfahren haben.

Sie werden sich aber heute auch daran erinnern, dass Ihr Weg nicht immer leicht war. Sie flohen vor dem nationalsozialistischen Regime, überlebten Sachsenhausen, Dachau und Neuengamme, konnten sich von der untergehenden ‚Cap Arcona’ retten. Das hat Ihr Leben geprägt, hat Sie zu einem überzeugten Antifaschisten und Kriegsgegner werden lassen. Auch damit haben Sie sich unseren Respekt verdient.

Mit meiner Gratulation zu Ihrem 100. Geburtstag, lieber Herr Geschonneck, verbinde ich insbesondere meine besten Wünsche für Gesundheit und Lebensglück sowie natürlich auch für ein gutes und friedliches Jahr 2007.“

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