Erna Viktoria Xalter neue Präsidentin des Verwaltungsgerichts: Justizsenatorin spricht zum Führungswechsel am Berliner Verwaltungsgericht

Pressemitteilung vom 03.03.2006

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Am heutigen 3. März 2006 trat Erna Viktoria Xalter als Nachfolgerin von Alexander Wichmann ihr Amt als Präsidentin des Verwaltungsgerichts Berlin an. Justizsenatorin Karin Schubert verabschiedete den bisherigen Präsidenten und begrüßte Frau Xalter in ihrem neuen Amt.

Das Verwaltungsgericht Berlin ist mit 238 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das größte Verwaltungsgericht Deutschlands. In den 90er Jahren führten im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung neu entstandene Rechtsfragen, Probleme der ausländerrechtlichen Duldung von Flüchtlingen nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien sowie die durch den Regierungsumzug erweiterte Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts Berlin zu einer Flut von Verfahren. Ein historischer Höchststand wurde im Jahr 1997 mit rund 34.000 Eingängen erreicht. Durch das nachhaltige Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelang es jedoch in den letzten Jahren, Reste ganz erheblich zu reduzieren. „Alexander Wichmann“, so führte die Justizsenatorin anlässlich seiner Verabschiedung aus, „gelang es mit Fingerspitzengefühl und großem organisatorischen Geschick, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen und so die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verwaltungsgerichts zu Höchstleistungen zu motivieren.“ In den über 16 Jahren seiner Amtszeit wurden so bedeutende Verfahren wie das um den von Christo verhüllten Reichstag, die Klagen nach dem Stasi-Unterlagengesetz, der Novum-Streit sowie das Verfahren um den Aufzug der NPD am Brandenburger Tor entschieden.

Darüber hinaus wurden unter der Ägide Alexander Wichmanns zahlreiche Innovationen angestoßen; so lief beispielsweise am 1. Oktober 2003 das Pilotprojekt „Mediation“ an, das die Möglichkeit gütlicher Streitbeilegung in der Verwaltungsgerichtsbarkeit eröffnet.

Mit Erna Viktoria Xalter übernimmt eine sowohl in der Verwaltung als auch in der Mitarbeiterführung erfahrende Richterin das Amt der Präsidentin. Geboren in Reutlingen, begann die jetzt 44-Jährige ihre Karriere in der Justiz 1989 als Verwaltungsrichterin in Karlsruhe. Von dort aus wurde sie für ein Jahr als Leiterin des Straßenverkehrsamts Karlsruhe abgeordnet; später folgten Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesverwaltungsgericht und am Verwaltungsgerichtshof Mannheim, 1998 schließlich der Wechsel an das Berliner Verwaltungsgericht. Seit 2001 war Erna Viktoria Xalter Vorsitzende Richterin der 20. Kammer des Verwaltungsgerichts, bevor sie im Jahr 2003 Vizepräsidentin des Oberverwaltungsgerichts und zugleich Vorsitzende des dortigen Ausländersenats wurde. In ihrer Führungsfunktion wirkte Frau Xalter wesentlich am Projekt Justizreform mit, indem sie Vorschläge zur Dezentralisierung der Fach- und Ressourcenverantwortung in der Verwaltungsgerichtsbarkeit erarbeitete.

Anlässlich des Führungswechsels am Verwaltungsgericht hob Justizsenatorin Schubert die besondere Eignung der neuen Präsidentin hervor: „Sie haben wiederholt Ihre Fähigkeit, schnell in hoher Qualität zu entscheiden, unter Beweis gestellt. Sie sind aber nicht nur eine exzellente Richterin, sondern verfügen auch über ein ausgezeichnetes Organisationsvermögen. Dank Ihres ausgeprägten Verantwortungsbewusstseins, Ihres großen Engagements und ihrer Fähigkeit, auf Menschen einzugehen, gelingt es Ihnen in besonderer Weise, ein gutes Arbeitsklima herzustellen. Ich weiß, dass das Verwaltungsgericht Berlin bei Ihnen in guten Händen liegt.“

Rückfragen:
Dr. Juliane Baer-Henney
Telefon: 030/9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de