Tödliche Gefahr durch Kordeln an Kinderbekleidung - Handel mit gefährlicher Kinderbekleidung deshalb untersagt

Pressemitteilung vom 30.08.2002

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz teilt mit:

Im vergangenen und auch in diesem Jahr kam es durch Kordeln im Halsbereich von Kinderbekleidung zu Unfällen mit tödlichem Ausgang. Zwei der zu Tode gekommenen Kinder waren im Alter von 2 und 3 Jahren, eines bereits 12 Jahre alt.

Schon im vergangenen Jahr hat das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) deshalb die Öffentlichkeit gewarnt. Die deutsche Bekleidungsindustrie und der Handel reagierten darauf mit einer Selbstverpflichtungserklärung. Darin steht u. a., dass auch Altware nach dem 30. Juni 2002 nicht mehr verkauft werden darf. Im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes gelten sowohl neue als auch Second-Hand-Kinderkleidungsstücke mit Kordeln im Halsbereich aufgrund des Unfallgeschehens als unsichere Produkte. Obwohl das Gesetz keine Übergangsfristen vorsieht, wurde die Selbstverpflichtungserklärung des Handels akzeptiert.

Leider musste das LAGetSi bei Überprüfungen des Handels feststellen, dass noch immer – wenn auch nur vereinzelt – entsprechende Kinderkleidung verkauft wird. Deshalb sollten alle Eltern im eigenen Interesse und zum Wohle Ihres Kindes beim Kauf sowohl neuer als auch Second-Hand-Kleidung folgende Punkte unbedingt beachten:

Beim Kauf darauf achten, dass Jacken, Blusen, Regenmäntel o. ä. keine Kordeln im Halsbereich aufweisen!

Sollte dies doch der Fall sein, den Verkäufer oder die Verkäuferin darauf ansprechen.

Wir empfehlen Eltern, nach Möglichkeit auch keine Jacken zu kaufen, die Kordeln o. ä. im Hüftbereich oder unterem Jackenrand haben. Auch hier kann es zu Unfällen mit erheblichen Verletzungen kommen, wenn sich diese in Bus- oder U-Bahntüren oder auf Rolltreppen etc. verfangen.

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 90282743
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