WOWEREIT SPRICHT INGE HEYM SEIN BEILEID AUS

Pressemitteilung vom 17.12.2001

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat heute der Frau des verstorbenen Berliner Schriftstellers Stefan Heym kondoliert.

In dem Schreiben des Regierenden Bürgermeisters an Inge Heym heißt es: “Die Nachricht vom plötzlichen Tod Ihres Mannes hat mich sehr bestürzt, und ich möchte Ihnen und Ihren Kindern mein tiefempfundenes Beileid aussprechen. Mit Ihrem Mann verliert ganz Berlin, verliert ganz Deutschland eine politisch-kulturelle Instanz, einen Bezugspunkt für die Menschen in Ost und West auf dem schwierigen Weg durch das letzte Jahrhundert.”

Stefan Heym, so Wowereit, habe für viele den Kampf gegen den Nationalsozialismus, den Beginn der deutschen Nachkriegsgeschichte in der DDR verkörpert. Heym sei jedoch niemals “Vasall der herrschenden Meinung” geworden.

Wowereit: “Immer war spürbar, dass er mit dem Land, in das er nach seiner Emigration gegangen war, mitdachte, mitfühlte, mitlitt. Es ist nicht zuletzt das, was ihm auch im Westen Deutschlands Anerkennung verschaffte. Bei all seinem Engagement für den Sozialismus, wie er ihn verstand, blieb er ein Geist der kritischen Unruhe, bis in seine letzten Tage. Und er hatte seine Leser in ganz Deutschland, auch zu den Zeiten, in denen seine Bücher nur im Westen erscheinen konnten.”

Der Regierende Bürgermeister: “Vor allem sein Kampf gegen Schönfärberei, gegen ideologische Verblendung und jede Form der Gegenwartsverklärung hat ihn zu einer publizistischen Stimme in Deutschland gemacht, die wir künftig sehr vermissen werden.” – - – - -

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