JAHRESRÜCKBLICK UND –AUSBLICK ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE IN BERLIN 2001 ERSCHIENEN

Pressemitteilung vom 21.12.2001

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie teilt mit:

Aufgrund der prognostizierten günstigeren weltwirtschaftlichen Entwicklung und binnenwirtschaftlicher Impulse ist auch in Berlin im kommenden Jahr mit einer leichten konjunkturellen Belebung zu rechnen. Bei einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2002 in Deutschland um etwa 1 1/4 % könnte die Wachstumsrate in Berlin bei rund 1/2 % liegen.

Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass die Arbeitslosigkeit der Stadt in den ersten Monaten des kommenden Jahres zunächst noch steigen wird. Zum Ende 2002 hin wird die Arbeitslosenzahl aber voraussichtlich unter den Vorjahresstand sinken.

Wirtschaftssenatorin Juliane von Friesen: „Von der erwarteten Belebung der Weltkonjunktur wird im kommenden Jahr auch die Berliner Wirtschaft profitieren. Damit können wir im weiteren Jahresverlauf an die im Jahr 2000 erreichte Aufwärtsentwicklung anknüpfen. Seit dem 17. Dezember haben wir außerdem die Möglichkeit, ein Stück Europa in Händen zu halten: Der Euro ist da! Die neue Währung vereinfacht den Handel innerhalb Europas. Davon werden auch Berliner Unternehmen profitieren. Die Vereinigung des Kontinents macht aber auch in Richtung Osten Fortschritte. Mit dem Wegfall der letzten Exportzölle steigen die Absatzchancen unter anderem in den für Berlin so wichtigen Partnerländern Polen, Tschechien und Ungarn. Daher mein Appell an die Berliner Wirtschaft: Nutzen Sie die Konjunkturerholung und die verbesserten Rahmenbedingungen im Außenhandel, um Ihre Absatzmärkte auszubauen oder neue zu erschließen! Wir werden Sie dabei unterstützen.“

Bei der Berliner Wirtschaftsentwicklung des abgelaufenen Jahres machte sich der weltweite Konjunkturrückgang bemerkbar. Das Wirtschaftswachstum in Berlin 2001 hat unter der Annahme eines bundesweiten Bruttoinlandsproduktes von etwa ¾ % das Niveau des Vorjahres wahrscheinlich leicht unterschritten (- ½ %). Trotz der Konjunkturschwäche hätte sich damit aber der Abstand zur bundesweiten Wirtschaftsentwicklung im abgelaufenen Jahr verringert. Lag die Differenz in 2000 noch bei 2,1 Prozentpunkten, könnte sich der Abstand in 2001 auf rund einen Prozentpunkt verkürzt haben.

Rückblickend zieht die Senatorin folgende Bilanz für das Jahr 2001: „Die Impulse für die Berliner Wirtschaft gingen auch im abgelaufenen Jahr vor allem vom Dienstleistungsbereich aus. Die Nachfrage nach Industrieprodukten nahm nach der Jahresmitte merklich ab, nachdem sie noch bis zum Sommer vor allem dank erheblicher Großaufträge aus dem Ausland deutlich angezogen hatte. Erfreulich ist aber, dass Fahrzeugbau, chemische Industrie und die Elektrotechnik dennoch zum Teil kräftige Umsatzsteigerungen verzeichneten. Bei Einzelhandel und Gastgewerbe müssen wir weiter daran arbeiten, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen, das durch die Anschläge vom 11. September erschüttert wurde. Das gute Weihnachtsgeschäft ist dabei ein wichtiges Signal für den Einzelhandel!“

Von Friesen weiter: „Bauwirtschaft und Handwerk haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Gerade hier ist es wichtig, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzt, damit sich die Branche konsolidieren kann. Besonders hervorzuheben ist aber, dass sich das Gründungsgeschehen in Berlin weiter positiv entwickelt. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen übertraf auch 2001 deutlich die Zahl der Abmeldungen. Es gab per saldo schätzungsweise 4.000 Gründungen, nach 3.400 im Jahr 2000. Auch hier zeigt sich, dass die Berlinerinnen und Berliner zuversichtlich in die Zukunft blicken.“

Senatorin von Friesen resümiert: „Die Neuansiedlungen von Unternehmen in Berlin im Jahr 2001 sind ein gutes Zeichen für den Wirtschaftsstandort: Von Universal Music über Werbeagenturen wie Scholz und Friends zu Privatbanken und IT- und Medienfirmen. Zusätzlich konnten wir durch aktiven Einsatz und viele Gespräche auch Standortschließungen abwenden und dadurch Arbeitsplätze sichern, wie zum Beispiel bei Bombardier in Hennigsdorf. Dennoch bleibt noch genug zu tun, insbesondere für das Image des Wirtschaftsstandortes Berlin. Trotz der Vielzahl an Forschungseinrichtungen, der führenden Stellung Berlins in der Biotechnologie sowie den hohen Kompetenzen in den Bereichen Medizintechnik, Verkehrs- und Umwelttechnik und in der Kommunikations- und Informationsbranche wird die Hauptstadt international noch nicht als zentraler Wirtschaftsstandort wahrgenommen, wie eine Studie zeigte. Hier ist es notwendig, mit gezieltem Standortmarketing am Image zu arbeiten. Ich wünsche allen Berlinerinnen und Berlinern frohe Festtage und ein gutes Neues Jahr!“

Der Jahresrückblick kann unter www.berlin.de/wirtschaftssenat im Internet abgerufen werden. – - – - -

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Claus Guggenberger
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