BER - Flughafen Willy Brandt: Schritt für Schritt zum neuen Flughafen

PIA, 17.07.2014

Berlin braucht den BER, denn…

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Bild: Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

…noch vor 20 Jahren hätte kaum jemand geglaubt, dass sich der Berliner Flugverkehr so dynamisch entwickeln würde. Allein innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich das Passagieraufkommen mehr als verdoppelt. Berlin ist eine Stadt im Aufstieg. Die Wirtschaft wächst dynamischer als in allen anderen deutschen Bundesländern. Die Besucherzahlen von Geschäftsreisenden und Touristen boomen. Die beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld hatten schon 2012 zusammen 25 Millionen Passagiere gezählt. Das war neuer Rekord. Rund zwei Drittel der Fluggäste benutzen dabei den Airport in Tegel.

Auch aktuell verzeichnen die Berliner Flughäfen steigende Passagierzahlen und legten im vergangenen Jahr gegen den Markttrend um 4,2 Prozent zu. Nie zuvor konnten die Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel mehr Passagiere begrüßen als im Jahr 2013. Von Januar bis Dezember starteten und landeten 26.319.155 Passagiere. In Tegel wurden 19.591.849 Fluggäste (+7,9 Prozent) abgefertigt, in Schönefeld 6.727.306 (-5,2 Prozent). Die Zahl der Flugbewegungen sank im Zeitraum Januar bis Dezember auf insgesamt 240.030 Starts und Landungen, ein Rückgang um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit wächst die Tätigkeit der Berliner Flughäfen weiter schneller als der Bundesdurchschnitt aller Flughäfen, wie seit mehr als zehn Jahren schon.

Dieser Trend hält auch in 2014 an, wie die aktuellen Zahlen zeigen, mehr noch: das Wachstum im Berliner Luftverkehr hat sich im ersten Halbjahr dieses Jahres weiter beschleunigt. Bis Juni wurden an den Flughäfen Tegel und Schönefeld rund 13,2 Millionen Passagiere gezählt, Das sind 6,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Löwenanteil entfiel dabei mit 9,8 Millionen Fluggästen auf den Flughafen Tegel. Dort nahm die Zahl der Starts und Landungen noch stärker zu als im Vorjahreszeitraum. Ein Anstieg von 5,1 Prozent führte zu gut 88 500 Flügen – durchschnittlich rund 486 pro Tag. Auch in Schönefeld stieg die Zahl der Flugbewegungen. Zum Vergleich: Der größte deutsche Flughafen ist Frankfurt/Main mit mehr als 56 Millionen Passagieren im Jahr 2011. An zweiter Stelle liegt München mit 38 Millionen Fluggästen. Dann folgt bereits Berlin.

Auch bei der Luftfracht stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Von Januar bis Dezember 2013 wurden an den Flughäfen Schönefeld und Tegel 35.239 Tonnen Waren abgefertigt. Das ist ein Plus von 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Cargo Center ist bereits auf dem Gelände des Flughafens Berlin Brandenburg in Betrieb. Das Cargo Center zeigt, dass wesentliche Teile des neuen Flughafen bereits fertiggestellt und in Betrieb sind.

DESHALB bleibt…

…der neue Flughafen BER trotz aller Turbulenzen DAS zentrale Infrastrukturprojekt der Region Berlin-Brandenburg. Im Betrieb wird er zehntausende neue Arbeitsplätze schaffen und die Hauptstadt dann angemessen ans weltweite Flugnetz anbinden.

Eröffnungstermin

Die Gesellschafter der Flughafengesellschaft, die Länder Berlin, Brandenburg und der Bund, verfolgen weiter ihr gemeinsames Ziel: die Eröffnung des BER so bald wie möglich. Sie sehen für den Flughafen ihre gesamtstaatliche Verantwortung. Aufgabe der Flughafen-Geschäftsführung ist es, den Airport fertigzustellen und in Betrieb zu nehmen. Aber erst wenn auf diesem Weg Klarheit über einen verlässlichen, technisch und genehmigungsrechtlich abgesicherten Eröffnungsfahrplan vorliegt, ist es richtig, einen präzisen Eröffnungstermin zu nennen.

Baufortschritt

Große Teile des Airports sind fertig gestellt. Die Flughafengesellschaft berichtet, dass 39 von 40 Gebäuden vollendet sind. Das Kernproblem bleibt die technisch komplizierte Brandschutzanlage im Hauptterminal. Für die Fertigstellung hat Siemens die Federführung übernommen. Eine funktionierende Brandschutzanlage ist unverzichtbar für den reibungslosen Betrieb. Der Umbau der Anlage hat begonnen du wird jetzt zügig vorangetrieben. Das ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass ein Eröffnungsfahrplan aufgestellt werden kann.

Kostenentwicklung

Nach Berechnungen der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH liegen die Baukosten für den Flughafen Berlin Brandenburg mit einer Startkapazität von 27 Millionen Passagieren bei 5,4 Milliarden Euro. Der Kostenanteil für das BER-Schallschutzprogramm mach dabei alleine rund 730 Millionen Euro aus. Die zuletzt im Aufsichtsrat genehmigten Mehrkosten in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro entfallen zum Großteil auf die Umsetzung des Brandschutzkonzepts, den Umbau der Entrauchungsanlage, die bauliche Fertigstellung des Terminals, weitere Bau- und Planungsleistungen, die Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn, etc.. Das Schallschutzkonzept des neuen Flughafens ist das mit Abstand umfassendste und damit auch teuerste in Deutschland.

Regelungen zum Nachtflugverbot

Anders als beim bisherigen Schönefelder Flughafen wird es am BER ein striktes Nachtflugverbot geben, das den neuen Airport aber auch nicht von den internationalen Verbindungen abkoppeln darf. Zwischen 0 und 5 Uhr wird es keinerlei Flugverkehr mehr geben – und für die Tagesrandzeiten 22-24 Uhr sowie 5-6 Uhr sind strikte Begrenzungen vorgesehen, mit denen die Zahl der Flüge auf das unbedingt Notwendige begrenzt werden wird. Diese Regelung wurde zuletzt vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt und ermöglicht somit die Interkontinentalverbindungen, die Berlin dringend braucht und die aus dem BER “ein Tor zur Welt” machen. Wegen der Zeitverschiebung sind Starts- und Landungen auf dem BER in den “Tagesrandzeiten” zwingend erforderlich.

Für die Gesellschafter und den Flughafenbetreiber gab es nie einen Zweifel daran, dass es zu den Nachtzeiten nur so viele Flugbewegungen wie nötig und so wenig Ruhestörung wie möglich geben soll. Deshalb sind die gefundenen Regelungen zum Nachtflugverbot am BER ein “Königsweg”, beides miteinander zu verbinden.

Und noch etwas…

Flughafen- und Bahnhofsbauten sind Großprojekte, die Bauherren, Architekten, Ingenieure, Planer und Bauunternehmen immer vor große Herausforderungen stellen. Viele Schritte sind nötig, um Vorhaben dieser Größenordnungen zu realisieren. Solche komplexen Bauprojekte bleiben trotz sorgfältiger Planungen nicht immer im Zeit- und Kostenrahmen.

Hier einige Beispiele: So ist die Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg aktuell für das Jahr 2017 vorgesehen. Geplant war sie im November 2011. Der neue Bahnhof in Stuttgart soll nun Ende 2021 in Betrieb gehen. Eigentlich sollten im Dezember 2019 die ersten Züge halten. Auch in Wien gab es Probleme mit dem neuen Flughafenterminal. Eröffnet werden sollte er im Jahre 1999. Tatsächlich ging er am 3. Juni 2012 ans Netz.