Klaus Wowereit zum Zuckerfest: Friedensstiftende Rolle der Religionen

Meldung vom 28.07.2014

Der Regierende Bürgermeister von Berlin hat sich zum Ende des Fastenmonats Ramadan vor dem Hintergrund der aktuellen Lage im Nahen Osten zur friedensstiftende Rolle der Religionen geäußert. Das Zuckerfest am Ende des moslemischen Fastenmonats sei „ein Fest des Friedens und der Versöhnung“, so Klaus Wowereit.

Im islamischen Verständnis setze das Zuckerfest einen neuen Anfang. Mit Blick auf das gemeinsame Gebet von Moslems, Christen und Juden am Sonntag auf dem Petriplatz in Berlin-Mitte sagte Wowereit: „Religionen können dazu dienen, das Gemeinsame zu betonen, und sie können dem Frieden dienen. Sich dieser Aufgabe zu stellen, ist gerade in diesen Tagen mehr als dringlich – und zwar von Seiten aller Religionen.“ Diese Rolle der Religionen sei vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung im Nahost-Konflikt und seiner Auswirkungen auch bis nach Berlin aktueller denn je.

Den Bürgerinnen und Bürgern muslimischen Glaubens in der Stadt übermittelte Wowereit zum Zuckerfest seine „herzlichen Grüße und Glückwünsche“. Das gemeinsame Gebet von Vertretern der drei abrahamitischen Religionen – Judentum, Christentum, Islam – wertete der Regierende dabei „als Zeugnis des Erfolgs des von uns geförderten interreligiösen Dialogs“. Die Veranstaltung stehe „für die Offenheit und Toleranz in unserer Stadtgesellschaft.“ Wowereit weiter: „In diesem Sinne wünsche ich den Gläubigen in unserer Stadt alles Gute zum Zuckerfest.“

Wowereit begrüßte, dass die Demonstrationen zum Al-Quds-Tag am Freitag in Berlin ohne größere Zwischenfälle durchgeführt worden sind. Dies sei angesichts einer aufgeheizten und sehr emotionalen Stimmung sicher nicht selbstverständlich gewesen, so der Regierungschef: „Der weitaus größte Teil der Demonstrantinnen und Demonstranten hat sich an die von der Polizei verhängten Auflagen gehalten. Mein Dank geht an die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, die diesen schwierigen Einsatz souverän bewältigt und die verhängten Auflagen auch konsequent durchgesetzt haben.“

Auch dem Veranstalter der Demonstration dankte der Regierende Bürgermeister ausdrücklich, „weil er seinen Beitrag zum friedlichen Verlauf der Demonstration geleistet“ habe.

Nach ersten Erkenntnissen hat es nur einige Festnahmen bei den Demonstrationen zum Al-Quds-Tag gegeben. Größere Störungen blieben demnach aus. Etwa 1200 Teilnehmer hatten sich am Protestzug über den Kurfürstendamm beteiligt. Mehrere hundert Personen nahmen an Gegendemonstrationen teil. Auch die anderen Protestaktionen am vergangenen Wochenende in Berlin, die im Kontext der Situation im Nahen Osten standen, waren weitgehend friedlich geblieben. So waren am Samstag insgesamt rund 1500 Menschen auf zwei Demonstrationsrouten zum Potsdamer Platz gezogen. Hetzparolen waren dabei nicht skandiert worden.

Nach Senatsschätzungen leben in Berlin zwischen 220.000 und 300.000 Muslime, das sind 6,5 Prozent der Bevölkerung – zum Vergleich: 9,3 Prozent Katholiken, 21,5 Prozent Protestanten sowie rund 60 Prozent Konfessionslose.