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Die Kooperation

Perspektive auf das Dragonerareal
Bild: Erik-Jan Ouwekerk

Am 17. Juni 2019 unterzeichnen Vertreter*innen der sechs Kooperationsparteien Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Bezirk Friedrichsamt-Kreuzberg, Vernetzungstreffen Rathausblock, Forum Rathausblock, BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH sowie WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH eine Kooperationsvereinbarung. Sie begründet ein “Modellprojekt Rathausblock Kreuzberg” für eine gemeinwohlorientierte und kooperative Quartiersentwicklung.

Für was soll das Modellprojekt Rathausblock stehen und welche Strukturen braucht es, um die Ziele des Projektes zu erreichen? Diese und weitere Fragen werden in der Vereinbarung beantwortet. Sie wurde seit Herbst 2018 durch den Gründungsrat diskutiert und vorbereitet. Die Kooperationsvereinbarung schafft die Basis für die zukünftige Zusammenarbeit im Modellprojekt Rathausblock und hält ein gemeinsames Verständnis zu zentralen Punkten des Verfahrens fest.

Eine Kooperationsvereinbarung stellt die Zusammenarbeit zwischen Bezirksamt, Senatsverwaltung, dem Vernetzungstreffen Rathausblock, den Delegierten des Forums, der BIM und der WBM auf eine verlässliche Grundlage. Hier lesen Sie, wie es dazu kam und was die Kooperationsvereinbarung beinhaltet.

Die Geschichte einer besonderen Kooperation

Luftbild des Rathausblocks
Bild: SenStadtWohnen Berlin | Dirk Laubner

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Perspektiven zum Modellprojekt Rathausblock aus der Sicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, des VTR, der WBM, der BIM und des Bezirksamts. Wie kam es zu dieser besonderen Kooperation?

Strukturen der Kooperation

Strukturen der Zusammenarbeit
Bild: S.T.E.R.N. GmbH

Der Zukunftsrat: zentrales Steuerungs- und kooperatives Entscheidungsgremium für die Entwicklung des Rathausblocks, bestimmt und überprüft die Ziele der Entwicklung, verabschiedet weiterführende Projektvereinbarungen zur Kooperationsvereinbarung und begleitet deren Umsetzung

Der Begleitkreis des Zukunftsrats: Um den Zukunftsrat bei der Ausgestaltung des Modellprojekts fachlich zu begleiten und zu beraten, wird ein Begleitkreis mit Fachleuten aus verschiedenen Themenfeldern eingerichtet (z.B. Wohnen, Gewerbe, Gemeinwesen/Soziales, Ökologie/Freiraum, Verkehr/Mobilität, Denkmalschutz und Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft)

Das Forum tagt in der Regel zweimonatlich und ist die öffentliche Veranstaltung zur integrierten Entwicklung des Rathausblockes. Das Forum bietet Interessierten einen Einstieg in das Verfahren, zeigt in einer Art „Leitsystem“ Möglichkeiten des Mitmachens auf und bietet Raum für Vernetzung. Es ist außerdem Ort des Austauschs und der Debatte für die Zivilgesellschaft im Verfahren.

Die Arbeitsgruppen sind grundsätzlich öffentlich und tagen je nach Bedarf, in der Regel einmal im Monat, können aber auch ruhen, wenn es keine aktuellen Anlässe zur Zusammenkunft gibt. Es sind offene thematische Diskussions- und Arbeitsformate. Bisher tagten AGs zu den sektoralen Themenschwerpunkten Wohnen und Soziales, Gemeinwesen, Gewerbe und Kultur, Geschichte des Ortes, Bau- und Nutzungsanforderungen. Mit der aus der Zivilgesellschaft organisierten AG Raum gibt es Kooperationsgespräche zum Kiezraum, zu denen nach Bedarf eingeladen wird.

Leitbild der Kooperationsvereinbarung

Die Eckpunkte der Kooperationsvereinbarung beinhalten ein gemeinsames Leitbild für das Modellprojekt Rathausblock, Strukturen und Gremien für die zukünftige Zusammenarbeit, einen verbindlichen Zeitplan für das Gesamtverfahren sowie Vereinbarungen zum weiteren Umgang mit kritischen und komplexen Themen.

Im Folgenden lesen Sie Auszüge aus dem Leitbild, das die Eckpunkte für die zukünftige Entwicklung des Rathausblocks festlegt:

  • Kooperative Steuerung eines transparenten, inklusiven und lernfähigen Verfahrens: Innovationen beim Planen, Bauen und bei den Organisations- und Kooperationsformen; Befähigung eines möglichst großen Kreises an Menschen zur Mitsprache und Mitentscheidung; Wissensmanagement, fortlaufende Evaluation
    Schaffung eines flexiblen und nutzungsgemischten Quartiers: Wohnen, Arbeiten, Kultur und Leben zusammendenken; qualitativ hochwertige Architektur; Ermöglichung von nutzungsoffenen, vernetzten Räumen und Freiräumen
    Respektvoller Umgang mit der Geschichte und dem baukulturellen Erbe
    Einrichtung eines Lern- und Geschichtsorts für zukünftige Generationen: Transformationen sichtbar und erfahrbar machen
    Entwicklung eines ökologisch, energetisch und technisch zukunftsweisenden Stadtquartiers: Klimaresilienz; Stadt der kurzen Wege; autoarmes Quartier, das vielfältige Mobilitätsformen unterstützt; Erhöhung der ökologischen Vielfalt und nachhaltiger Umgang mit Wasser
    Nachhaltiges und solidarisches Gemeinwesen: Integration in die Nachbarschaft, Gemeinschaftssinn für das neue Quartier, Anlaufstellen/ Gemeinwesenarbeit schaffen, Förderung der Eigeninitiative und Selbstorganisationskräfte der Bewohner*innen, Mitdenken von sozialem Ausgleich, Inklusion, Schaffung von Angeboten für geringe und mittlere Einkommen, Selbstverwaltung ermöglichen
    Innovative Bodenpolitik und Eigentumsmodelle: Dauerhafter Verbleib des Bodens in kommunalem Eigentum oder als Teil eines (z.B. kommunalzivilgesellschaftlichen) Bodenfonds, der die gemeinwohlorientierte Nutzung des Areals dauerhaft absichert; leistbares Wohnen für unterschiedliche Nachfragegruppen hinsichtlich Standards, Wohnformen und Größen; Förderung der Trägervielfalt; Ermöglichung von Selbstverwaltung
    Bezahlbare Wohnungen und Gewerbeflächen: 100% leistbarer und bedarfsgerechter Wohnraum für vielfältige Lebensmodelle ermöglichen; Schaffung von ökonomischer Zugänglichkeit für möglichst viele Menschen und Auslotung aller Optionen, um dauerhaft preiswerte Mieten zu ermöglichen; Möglichkeiten suchen, die Sozialbindung des künftigen Wohnungsbestandes dauerhaft abzusichern
    Bestandsschutz: Gemeinsamer Anspruch ist es, das vorhandene Gewerbe zu erhalten; günstige, sozialverträgliche und tatsächlich bezahlbare Gewerbemieten müssen so weit wie möglich erhalten bleiben; neue bezahlbare und bedarfsgerechte Räume für Gewerbe, Kunst und Kultur sollen geschaffen werden.

Auf dem Weg zur Kooperationsvereinbarung

Auftaktveranstaltung zum Sanierungsprozess Juli 2017
Am 18. Juli 2017 wurde mit einem offiziellen Auftakt der Start des Sanierungsverfahrens zum Rathausblock eingeläutet. Besucher*innen hatten die Möglichkeit, das Dragonerareal im Rahmen einer historischen Führung zu erkunden und sich an Schautafeln über das Gebiet und die Arbeit der beteiligten Initiativen zu informieren. Schon hier wurde klar: Die Zivilgesellschaft fordert eine umfassende Mitsprache ein.

Weitere Informationen.

Werkstätten und Lernlabor

Von November 2017 bis März 2018 fanden ein Lernlabor und zwei Werkstätten statt, um Möglichkeiten für eine Kooperationsvereinbarung auszuloten. Außerdem arbeitete eine AG Kooperationsvereinbarung an ersten Entwicklungsschritten.

Werkstatt Partizipation

Werkstatt Zusammenarbeit

Am 20.2.2018 fand dann auf Einladung des Bezirks und der AG Kooperationsvereinbarung des Sanierungsverfahrens das Lernlabor Kooperationsvereinbarung statt.

Weitere Informationen.

Projektvereinbarungen

Im Modellprojekt Rathausblock wurden zur Kommunikation und zum Raum- und Flächenkuratorium sowie zum Kiezraum bereits Projektvereinbarungen getroffen. Weitere Vereinbarungen sollen in den kommenden Monaten zu verschiedenen Themen getroffen werden. Weitere Informationen

weitere Informationen zum Download

Kooperationsvereinbarung "Modellprojekt Rathausblock Kreuzberg"

eingeschränkt barrierefrei

PDF-Dokument (179.1 kB)

Anlagen zur Kooperationsvereinbarung

eingeschränkt barrierefrei

PDF-Dokument (1.5 MB)