Evolving Books - Die Gewinner

Berlin Verlag für die Idee der medialen Überarbeitung von Kinderbüchern mittels Digitalisierung und Erweiterung mit interaktiven Komponenten. Hierbei werden insbesondere eine Mitlesefunktion, Audiobeiträge und vertiefende Sachhinweise in Kombination mit Animationen interaktiver Charaktere und Spielabschnitten aus dem Handlungsrahmen des Buches präsentiert.

Cornelsen Verlag deren virtueller Chemiebaukasten beschreibt die Verlinkung des klassischen Lehrbuchs mit einem haptisch erlebbaren Periodensystem mittels der „Augmented  Reality Technology“. Eine Idee um den relevanten Lernstoff für die Schüler zukünftig in Medien des 21. Jahrhunderts zu transportieren.

Der Vergangenheitsverlag überzeugte mit einem digitalen Stadtführer zur Geschichte und Gegenwart Berlins in Form einer multimedialen Topografie der Stadt. Kernstück sind Inhalte aus Text, Ton sowie Bild und Video am Fallbeispiel des Schlossplatzes.

Den Sonderpreis von 5.000 EURO erhält das Berliner Pictoplasma Project. Die Digitalisierung der in ihrer Eigenart beispiellosen Enzyklopädie über reduzierte grafische Figuren, sogenannte Icons, soll hiermit gefördert werden, um dem Anspruch, neue Märkte und Leserkreise auch für Nischenprodukte zu gewinnen, gerecht zu werden.

19 Projektvorschläge mit zusätzlich insgesamt 20 Partnern zeigten Vorstellungen zur Weiterentwicklung des digitalen Buches auf. Das Teilnehmerfeld setzte sich aus Unternehmen der Verlagswirtschaft, der Software- und Computerspielbranche sowie auch Unternehmen der Audio- und Filmproduktion zusammen, wobei ein Drittel aus der erstgenannten Gruppe der Verlage und somit aus der ureigensten Buchwirtschaft stammte.

Zum Wettbewerb

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hatte im Rahmen der Landesinitiative Projekt Zukunft und der Wettbewerbsreihe „Berlin - Made to Create“ zu dem neuen Wettbewerb „Evolving Books – Digitaler Mehrwert für Bücher“ aufgerufen.

Das Thema E-Books und deren technische Möglichkeiten ist in aller Munde. Das zunehmende Angebot von mobilen Lesegeräten, teilweise mit Internetfähigkeit, bietet die Chance, Inhalte, die über das gedruckte Buch hinausgehen, zu entwickeln und dadurch neue Märkte und neue Leserkreise zu erschließen.

Der Wettbewerb soll Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung der Verlagsbranche geben und Kooperationen zwischen den am digitalen Buchmarkt beteiligten Branchen anregen und ausbauen. Gegenstand der Förderung sind digitale Buchprojekte mit dem Ziel, neue Märkte und neue Leserkreise zu erschließen.

Bis zu drei Projektvorschläge wurden ausgewählt, für deren Umsetzung Anträge auf Zuwendungen gestellt werden können. Pro Projekt können max. 25.000 EUR bewilligt werden.

Zurück in die Zukunft: zeitreiseGuide Berlin

Vergangenheitsverlag macht Berlins Geschichte lebendig

Die App „zeitreiseGuide Berlin“

Wir lassen die Geschichte Berlins lebendig werden. Anhand von weit mehr als 200 Berliner Sehenswürdigkeiten – Hoch- und Off-Kultur – können sich die Nutzer der App auf eine faszinierende Fahrt durch die Vergangenheit begeben. Das Besondere: Unsere Zeitreisefunktion. Auf den Zeitreisebutton drücken und schon kann man durch die Epochen surfen. Nehmen Sie den Schlossplatz. Dort befindet sich jetzt eine Wiese. Mit unserer App können Sie den Palast der Republik auferstehen lassen, die Sprengung des Schlosses in den 50er-Jahren angucken  und bis zu den mittelalterlichen Wurzeln dieses Ortes zurückgehen. Über 1.000 historische und aktuelle Fotografien, mehr als 500 detailliert recherchierte wie unterhaltsame Texte, drei Stunden Video- und Audiomaterial zu 226 Berliner Sehenswürdigkeiten machen den zeitreiseGuide zu einer der spannendsten und umfangreichsten Berlin-Apps für alle, die mehr als nur Shoppingadressen haben und sich intensiv mit der Stadt und ihrer Kultur beschäftigen wollen.

Das Team
Das Team ist bunt: Historiker, Stadtforscher, ein Informationswissenschaftler, Informatiker, Fotografen und Filmproduzenten waren dabei. Deren Know-how war nötig, um den redaktionellen und technischen Anforderungen der App gerecht zu werden, ohne dabei die Benutzerfreundlichkeit außer Acht zu lassen. Mit der App sind die im ansonsten eher traditionellen Verlagsgeschäft vorhandenen Tätigkeitsbereiche weitgehend aufgehoben worden. Wir mussten deshalb multimedialer und interdisziplinärer denken und uns aufstellen – ein großer Gewinn!

Interview mit Dr. Alexander Schug

Profil Dr. Alexander Schug
Promovierter Historiker mit der Leidenschaft, Geschichte für alle verständlich und aufregend zu vermitteln. Seit drei Jahren betreibt er nun seinen Vergangenheitsverlag – druckt Bücher auf dem Datenspeicher Papier und macht zunehmend auch digitale Projekte.

Jahrgang: 
1973

Studium/Werdegang: Studium der Geschichte in London und Berlin

Beitrag für „Berlin – Made to Create“: Eine multimediale Berlin-App, den zeitreiseGuide Berlin – zu haben jetzt im App-Store zu haben.

Platzierung bei „Berlin – Made to Create“: Wir waren eines der drei Siegerteams.


Was war Ihre Motivation, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen?

Die Herausforderung mit den neuen Medien anzunehmen und als Verleger aktiv in die neuen digitalen Lesewelten einzusteigen.

Welche Auswirkungen hatte die Auszeichnung für Sie und Ihr Projekt?
Meine eigene Vorstellung vom Verlegen und als Verleger steht nun ziemlich auf dem Kopf. Ein kleines Beispiel: Im Zuge des Projekts haben wir ein kleines TV-Studio eingerichtet. Wir haben uns dann über Beleuchtung und Kulissen unterhalten, ich selbst habe bei manchen Zeitzeugen die Maske gemacht. Der Beruf des Verlegers wird durch die Multimedialität der digitalen Lesewelten grundlegend geändert. Wir werden Produzenten und Vermarkter von Inhalten, die ganz unterschiedliche Formen annehmen können und über verschiedene Kanäle mehrfach verwertet werden. Das Buch auf Papier ist dabei nur noch eine Form, der stationäre Buchhandel nur noch ein Kanal. Der Wettbewerb brachte einen Lerneffekt im Zeitraffer, ich habe eine feste Mitarbeiterstelle geschaffen, die beibehalten wird. Ohne die Auszeichnung hätten wir diesen Weg nicht gehen können, auch wenn das Preisgeld nur einen Teil unserer Investitionen abgedeckt hat. Es war aber der entscheidende Push für uns, das Projekt umzusetzen.

Welche Chancen bietet die Kreativwirtschaft für die Region Berlin?

Schauen wir aus der anderen Richtung: Was bietet die Region für die Kreativwirtschaft? Ideale Bedingungen, um auch als Kleinstunternehmen im Netzwerk mit anderen Kreativen große Projekte zu gestalten. Die Netzwerke sind meines Erachtens der entscheidende Faktor am Standort. Ich brauche kein großes Unternehmen aufbauen und alles unter dem eigenen Dach vereinen. Das Netzwerk, projektweise zusammengestellte Teams, hohe Flexibilität – das bekomme ich nirgends sonst. Wir sind Projektnomaden, die sich immer wieder in neuen Konstellationen neuen Projekten widmen – und dadurch ein gleichbleibend hohes Potential an Kreativität und Innovativität ausstoßen, das Berlin wieder zu einer wichtigen Wirtschaftsmetropole werden lässt.

Kontakt
Vergangenheitsverlag, Berlin
Am Friedrichshain 22
10407 Berlin
Tel.: 0049-30-419367-36
Fax: 0049-30-419367-82
Mail: info(at)vergangenheitsverlag.de
Web: www.vergangenheitsverlag.de