Neue Analyse über Auslandsmärkte der Musikbranche

20.11.2013

Für Berlins Musikbranche ist Großbritannien der wichtigste Handelspartner. Empfänge und Branchenevents sind Geschäftskatalysatoren

Berlin (20. November 2013). Großbritannien ist für Berliner Musikunternehmen der wichtigste Auslandspartner. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Landesinitiative Projekt Zukunft hervor. Danach gaben rund 81 Prozent aller befragten Musikunternehmen an, in Großbritannien geschäftlich tätig zu sein oder mit britischen Unternehmen Handel zu betreiben. Damit verdrängt das Vereinigte Königreich den bisherigen Spitzenreiter USA auf den zweiten Platz. Den größten Sprung machte Australien, das in der letzten Untersuchung im Jahr 2007 noch auf dem 23. Platz lag und nun an neunter Stelle gelistet wird.

„Die Analyse soll dabei helfen, die Vermarktungschancen der Berliner Musikwirtschaft im Ausland zu steigern“, so Ingrid Walther, Referatsleiterin der bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung angesiedelten Landesinitiative Projekt Zukunft. Die Untersuchung zeige, dass die Unternehmen in den vergangenen Jahren einen großen Schritt in Sachen Professionalisierung und Internationalisierung gemacht hätten.

Autorin der Analyse ist Rosita Kuerbis von Komplize Kommunikation. Befragt wurden insgesamt 100 Unternehmen, die meisten davon sind als Verlag, Label, Konzert- und Bookingagentur oder im Management und Vertrieb tätig. Auf 82 Seiten gibt die Untersuchung einen interessanten Überblick über die Berliner Musikbranche und ihre Auslandsmärkte.

Bei der internationalen Zusammenarbeit geht es überwiegend um die Auswertung von Urheberrechten, die Platzierung von Produkten, Bands, Künstlern und Produzenten sowie den Handel mit Lizenzen. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Vertretung ausländischer Unternehmen in Deutschland.

Als erfolgversprechendste Formate der internationalen Musikwirtschaftförderung nennen 70,6 Prozent der befragten internationalen Musikexportbüros an erster Stelle Empfänge sowie Networking Events. Eine wichtige Rolle spielen auch die Bereitstellung von Daten und Studien sowie das Standortmarketing (58,8 Prozent) und die Organisation von Auftrittsmöglichkeiten und Branchenevents (52,9 Prozent).

Für den Erfolg in den kommenden Jahren maßgeblich ist der Schutz des geistigen Eigentums, gaben 85,2 Prozent der befragten Musikunternehmen an. Besonders wichtig sei außerdem die finanzielle Unterstützung bei Auftritten, konkret für Reisekosten und Werbemittel (75 Prozent). Einige bewährte Förderinstrumente gelten inzwischen als Standard. So erwarten die befragten Unternehmen inzwischen Gemeinschaftsstände, B2B Events zur Kontaktanbahnung, Coachings, und in Bezug auf Wachstumsfinanzierung professionelle Beratung.

Das größte Wachstumspotenzial sehen Berliner Unternehmen in Europa (66,9 Prozent), vor allem in Osteuropa und Skandinavien. Bei den Ländernennungen ragen vor allem Großbritannien aufgrund seiner Weltmarktstellung mit 30 Prozent und Frankreich aufgrund seiner guten Musikförderung mit 26,7 Prozent heraus.

Das größte wirtschaftliche Potenzial sehen die Berliner Musikunternehmen trotz der geografischen Entfernung in den USA (50 Prozent), da diese laut der Analyse über den größten Markt und die beste Infrastruktur für die Branche verfügen.
Als größte Barrieren für geschäftliche Beziehungen mit Unternehmen im Ausland gaben die Befragten unter anderem die Einreise- und Arbeitsbeschränkungen, hohe Reisekosten, fehlende Ansprechpartner und eine schwerfällige Bürokratie an. Bemerkenswert ist, dass Deutschland das wichtigste Zielland für die internationale Musikförderung ist. Vor allem für französische Musikunternehmen ist Deutschland der wichtigste Markt.

Zur Analyse
Die komplette Analyse zum Download finden Sie <media 3062 - - "APPLICATION, PZU Auslandsmaerkte Musikwirtschaft WEB FINAL, PZU_Auslandsmaerkte_Musikwirtschaft_WEB_FINAL.pdf, 1.0 MB">HIER</media>

 

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