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Jonas Liepmann

Gründer und Geschäftsführer von iversity

Zuses Enkel

Profil

Studium/Werdegang: Kulturwissenschaft an der HU Berlin sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der FU Berlin.

Wichtigstes Projekt derzeit? www.iversity.org

Was ist die bedeutendste Erfindung seit Konrad Zuse? Das World Wide Web, da es Informationen einfach zugänglich macht und weil es ein Medium ist, in dem sich jeder einbringen kann.

Inwiefern sehen Sie sich in der Tradition Konrad Zuses? Zuse hatte den Mut, als Erfinder und Unternehmer seinen Job zu kündigen, um sich ganz seiner Vision zu widmen. Ich bewundere diesen Mut und Erfindungsgeist – und wäre stolz, wenn es mir gelingt, mit meinen eigenen Projekten diese Tradition fortzuschreiben. 

Berlin ist… eine Stadt, die Nietzsches Aphorismus gerecht wird: „Man muss noch Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Dieses produktive Chaos fängt tatsächlich beim Tanzen und der Club-Kultur Berlins an, geht über soziale Unterschiede bis zu einer jungen Kunstszene, deren Lebenshaltung auch Nicht-Künstler erfasst – und führt auch zu unternehmerischem Abenteuergeist. In dieser Mischung aus guter Laune, Kreativität und dem Willen, etwas Eigenständiges aufzubauen, sehe ich einen sehr guten Nährboden für meine Arbeit.

Wie sind Sie mit der IT in Berührung gekommen?
Jonas Liepmann:
In meinem Studium der Kulturwissenschaft bin ich dem Medientheoretiker Friedrich Kittler begegnet, den man als Computer-Philosophen bezeichnen kann. Das hat meine Aufmerksamkeit auf Technologie als wesentlichen Teil unserer Kultur gelenkt. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Software, die an den Unis als Ergänzung zu den Lehrveranstaltungen eingesetzt wird, oft nicht besonders nutzerfreundlich ist. Das stößt dann insbesondere wenig technikaffine Geisteswissenschaftler ab, obwohl sie das Medium  als Text- und Bildwissenschaftler besonders gut für den Austausch nutzen könnten. Insofern ist es vielleicht kein Zufall, dass ich als Geisteswissenschaftler ausgerechnet in dem Moment zur IT gekommen bin, in der diese sich mit dem Web 2.0 insbesondere auch Technik-Laien geöffnet hat. 

Wie ist die Idee zu iversity entstanden und was entwickelt das Unternehmen?
Jonas Liepmann:
Viele der Web 2.0-Anwendungen sind im studentischen Milieu entstanden und groß geworden – im Studium selbst war von dieser ungeheuren Dynamik des Austauschs aber merkwürdigerweise kaum etwas zu spüren. Da ich an zwei Unis gleichzeitig studiert habe, ist mir klar geworden, woran das liegen könnte: Die Hochschulen haben getrennte Systeme, die es nicht ermöglichen, Informationen und Personen zu vernetzen. Erst eine hochschulübergreifende Lösung kann die Potenziale des Webs für den akademischen Bereich voll erschließen.

Bei iversity handelt es sich um ein kostenloses Online-Kollaborations-Tool für den akademischen Betrieb. Lehrpersonal und Studierende können darüber z. B. Lehrveranstaltungen, Forschungsprojekte und Konferenzen organisieren, Material austauschen oder Fragen diskutieren. Vernetzung und Diskussion finden dabei nicht nur innerhalb der eigenen Hochschule statt, sondern beziehen auch Angehörige anderer Unis ein. Bei der Entwicklung achten wir besonders auf Usability und ein zeitgemäßes, schlichtes Design.

Wie wird sich die IT in Zukunft entwickeln?
Jonas Liepmann: Die IT wird alle Bereiche des Lebens immer stärker durchdringen – von der Bildung bis zur Politik, von der Wirtschaft bis zu den privaten Beziehungen, von der Wissenschaft bis zur Kriegsführung. Dabei wird die Konvergenz all dieser Bereiche in einem Medium die Vernetzung von Informationen immer weiter potenzieren. Hieraus entstehen immense Möglichkeiten, Wissen zu verbreiten und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Gleichzeitig wird es eine Auseinandersetzung geben um die Kontrolle, die mit dieser Aggregation von Informationen möglich wird, und darum, wer diese Kontrolle ausüben kann.

Über die iversity GmbH
Nach einem EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wurde 2011 die iversity GmbH gegründet, Geschäftsführer sind Jonas Liepmann und Hannes Klöpper. Das Berliner Start-up arbeitet an einer Bildungs- und Forschungsinfrastruktur für das digitale Zeitalter und beschäftigt derzeit ein internationales Team aus Hochschulabsolventen verschiedenster Fachrichtungen. Derzeit sind etwa 30.000 Nutzer aus über 50 Ländern auf iversity.org registriert.

Kontakt
iversity GmbH
Dahlwitzer Str. 78
15366 Neuenhagen bei Berlin
Tel.: 030 57 70 93 38 - 1
E-Mail: office@iversity.org
Website: http://iversity.org

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Kontakt

Dr. Wolfgang Both
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung
E-Mail

Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr.-Ing. Horst Zuse zur Webseite


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