Die Hobrechts sind mit ihrem Unternehmenskonzept für Game Design und Game Thinking von der Bundesregierung mit dem Titel „Kultur- und Kreativpilot Deutschland 2012“ ausgezeichnet worden.
Was sind die Besonderheiten des Projekts?
Christoph Brosius: Wir beschäftigen uns von morgens bis abends mit Spaß. Als passionierte Spieleentwickler stellen wir unseren Kunden unser Wissen und unsere Erfahrung im Design von motivierenden Games zur Verfügung. Das ist nicht nur spannend für Entwickler und Verlage von Computer- und Videospielen, sondern zunehmend auch für Firmen und Organisationen, die noch nicht in der Unterhaltungsindustrie tätig sind. Diesen Zweig nennen wir Game Thinking – auch bekannt als Gamification.
Aus unserer Sicht als Designer ist die Fragestellung dabei immer identisch: Wo liegt die Schnittmenge aus den Erwartungen des Users an ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen Prozess und den Zielen unseres Kunden. Für dieses Spielfeld suchen und definieren wir die bestmögliche Interaktion und Emotion für den Anwender, die ihn über seinen ohnehin schon vorhandenen Antrieb hinaus motiviert. In Kurzform: Wir sorgen dafür, dass etwas mehr Spaß macht als zuvor!
Was sind die Gestaltungsanforderungen an das Design für Game Development und Game Thinking?
Christoph Brosius: Erfahrungsgemäß beginnt alles bei der sauberen Definition der Zielsetzung. Im Idealfall liegen uns bereits klare Business- und User-Goals vor. In der Realität ist es zumeist Teil des Prozesses genau diese eingangs zu hinterfragen, zu definieren und erst auf dieser Grundlage mit der eigentlichen Ideenfindung zu starten.
Game Designer müssen sich bei ihren Ideen an einem Punkt in der Regel keine Sorge machen: die intrinsische Motivation des Spielers. Der spielt in der Regel freiwillig und sogar sehr gern, einfach zum Selbstzweck. Bei Game Thinking Projekten kann das jedoch ganz anders aussehen.
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass sich durch das schlichte Hinzufügen von einzelnen Elementen aus Games, wie z.B. Punkten, Belohnungen und Leveln, die Nutzererfahrung langfristig steigern lässt. Gute Spiele bestehen aus weitaus mehr als nur diesen Elementen und würden beim Spieler gnadenlos durchfallen, wenn sie nicht durch ihre Kernaktivität überzeugen. Kurzfristige Generierung von Aufmerksamkeit ist dahingehend nicht von Interesse für uns – das können Werbeagenturen viel besser. Wir suchen immer die eine zentrale Interaktion, die für sich genommen schon Spaß macht. Ist dieser Kern nicht zu identifizieren, dann fehlt uns die Basis für unsere Arbeit.
Häufig werden wir gebeten bereits Existierendes zu „gamifizieren“. Effektiver ist das Game Design jedoch, wenn es bereits ganz am Anfang eines Produktlebenszyklus mit involviert ist.
Wie kommt das Game Design bei den Nutzern an?
Christoph Brosius: Wenn wir unseren Job gut gemacht haben, dann resultiert all die Mühe in einer aufgewerteten Nutzererfahrung. Aus unserer Sicht darf zum Beispiel auch ein Angestellter in seinem Job gern bei seiner Arbeit lächeln. Bestenfalls haben die Nutzer am Ende wirklich Spaß. Mindestens sollte aber die Nutzung durch den Einsatz von Game Design angenehmer und befriedigender sein als zuvor.
Games und Toys bringen den Spieler in einen Flow Zustand, der ihn in seinem individuellen Lernfortschritt weder über- noch unterfordert. Ich bin in Kontrolle und habe ein Ziel, auf welches ich hinarbeiten kann. Das sind zum Beispiel Game Design-Kriterien, die in der Regel auch jeder Berufstätige aus seinem Alltag kennt. Kinder können sich in einem Haufen Legosteine komplett verlieren, Erwachsene komplett die Zeit beim Skat kloppen vergessen. Wieso sollten die dahinter liegenden Mechanismen nicht auch für jede andere Tätigkeit des Menschen funktionieren?
Was ist die Hauptaufgabe von Design?
Christoph Brosius: Designer tragen in unseren Augen eine große Verantwortung. Sie können ihr Wissen und Können dazu einsetzen, dass der kommerzielle Erfolg durch Ihre Arbeit gesteigert wird. Sie können aber auch das Leben von Menschen schlichtweg verbessern. Ob nun durch bessere Lesbarkeit, zweckorientierte Bedienbarkeit, oder motivierendes Interaktionsdesign – am Ende entsteht für den Anwender eine einmalige Nutzungserfahrung. Design hat daher aus unserer Sicht die primäre Aufgabe, diese Experience bestmöglich zu gestalten. Und wenn möglich nicht nur zu Gunsten des Produzenten.
Welche Bedeutung hat Berlin für Design?
Christoph Brosius: Wir haben uns in unserer Standortwahl sehr bewusst für die Hauptstadt entschieden. Zum Teil vorher aus München kommend, wissen wir das unmittelbare Umfeld mit vielen anderen Kreativen extrem zu schätzen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten lassen sich schnell auch komplexe Vorhaben realisieren, ohne dabei auf rein digitale Kommunikation angewiesen zu sein. Hier kann man die Menschen direkt treffen.
Wo München als „saturiert“ beschrieben wird, hat Berlin noch immer Freiräume und Angebote für neue Ideen. Sind hier oben in Berlin mehr Ideen zu finden, so findet man dafür andernorts mehr Geld für seine Projekte. Der Nebeneffekt: Die Stadt fördert durch diese Beschränkung der Mittel, den Drang zu noch besseren Lösungen zu kommen, die auch mit geringem Einsatz das Ziel erreichen. Dieser Beschleuniger für Kreativität führt in unserer Wahrnehmung zu mehr Qualität, die wiederum neues Geld anzieht. Genau diese Sogwirkung nehmen wir zurzeit wahr. Berlin ist sexy und wird wieder reich. Zumindest reich an guten Ideen.
Über Die Hobrechts
Begonnen hat alles mit der Liebe zu Computer- und Videospielen. Nun geht es den Hobrechts darum, ihre Kunden und deren Nutzer glücklich zu machen. Gegründet im Jahr 2011 sind Die Hobrechts die erste Agentur für Game Design und Game Thinking in Berlin. Den Erfolg macht die Kombination aus Dienstleistungsagentur und Entwicklungsstudio aus: Basierend auf Erfahrungen mit selbst entwickelten Produkten unterstützen sie ihre Kunden nachhaltig bei Konzeption und Design sowie Planung und Durchführung von interaktiven Unterhaltungs- und Bildungsprodukten.
Letztes Jahr haben Die Hobrechts für „Die Wimmelburg“ den Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie bestes Kinderspiel gewonnen und wurden von der Bundesregierung mit dem Titel „Kultur- und Kreativpilot Deutschland 2012“ ausgezeichnet.
Kontakt
Die Hobrechts GmbH
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E-Mail: info@diehobrechts.de
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