Hintergrund Berliner Musikwirtschaft
Musikwirtschaft in Berlin
Im Rahmen der Musikwirtschaftsinitiative des Landes werden die Unternehmen seit 2002 u.a. durch Infrastrukturvorhaben, Messestände im In- und Ausland sowie Studien unterstützt. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Musikstandorts müssen die Exportaktivitäten noch stärker als bisher seitens des Landes und des Bundes gefördert werden. Die Unternehmen benötigen darüber hinaus Beratungsangebote zu Förderinstrumenten, Anträgen und Marktpotenzialen sowie Weiterbildungsangebote. Zentraler Bestandteil der Strategie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen zur Weiterentwicklung Berlins als Musikhauptstadt ist die Berlin Music Week.
1.820 Unternehmen (ab 16,7 TEUR Jahresumsatz) hatten ihren Sitz 2008 in Berlin. Die Anzahl der Unternehmen ist seit 2000 um 48 % gestiegen. Doch die Umsatzzahlen belegen auch, dass die Musikwirtschaft in den vergangenen Jahren Umsatz einbüßen musste. So sank das Volumen seit 2000 um 4,8 % und lag somit 2008 bei 946,5 Mio. Euro. Zum Vorjahr ist jedoch eine Steigerung um 6,3 %, also eine deutliche Erholung, erkennbar.
Weitere Zuwächse des Umsatzvolumens sind zu erwarten, da seit 2009 BMG Rights Management seinen Sitz in Berlin hat. BMG erwartete nach eigenen Angaben bereits 2009 einen Umsatz von 10 Mio. Euro.
Zu den umsatzstarken Unternehmen der Branche zählen neben dem Marktführer Universal Music die Deutsche Entertainment AG (DEAG). Neben dem Budde Musikverlag und Meisel sind mehr als 70 Tonstudios und unzählige Komponisten und Produzenten in der Stadt ansässig. Zu den Berliner Labels von nationalem und internationalem Rang gehören Jack White, Motor Music, Piranha, Embassy of Music, K7, Get Physical und Traumton. Berlin gilt als Hauptstadt des Electronic Sound und Techno. Zahlreiche neue Service-Anbieter für Administration, Rechteklärung und Abrechnung wurden in den letzten Jahren in Berlin gegründet. So installierte Sony noch unter Sony BMG im Juni 2008 die Labelzelle Columbia Berlin für die Bereiche Alternative und Progressive Pop.
Berlin ist des Weiteren nicht nur der Sitz des Fernsehsenders MTV und alljährlicher Verleihungsort der Echo Awards, sondern darüber hinaus die Heimatstadt der Musikmesse Popkomm. Vom 7. bis zum 11. September 2011 findet in Berlin wieder die Berlin Music Week statt. In diesem Rahmen präsentiert sich die Vielfalt und Vitalität der Musikszene einem breiten nationalen und internationalen Publikum. Organisiert wird die Berlin Music Week durch die gemeinnützige Landesgesellschaft Kulturprojekte Berlin GmbH – gemeinsam mit den Netzwerken Berlin Music Commission, Clubcommission sowie dem Berlin Festival, der Popkomm und dem Berliner Senat.
Renommierte Musikhochschulen und Universitäten wie die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ und die Universität der Künste befinden sich ebenso in der Hauptstadt wie Spitzenverbände, so der Bundesverband Musikindustrie, GEMA, GVL und neu GVU und wichtige Netzwerke wie die Club Commission, die Label Commisson sowie die Berlin Music Commission.
Das Image der Musikhauptstadt wird durch viele unabhängige Musiklabels, rund 150 Musik-verlage, international führende Orchester wie die Berliner Philharmoniker sowie die Clublandschaft und die Festivals – u. a. Musikfest, JazzFest und MaerzMusik, Classic Open Air, young.euro.classic, popdeurope, Karneval der Kulturen und Fête de la Musique – geprägt.
Berlin ist mit über 250 Veranstaltungsorten und rund 70 Konzertveranstaltern die Stadt mit dem reichsten Konzert- und Veranstaltungsleben in Deutschland mit besonderen musikalischen Schwerpunkten in den Bereichen der klassischen Musik, aber ebenso bei der elektronischen Musik, HipHop und Jazz. Berlin hat das vielfältigste Konzertleben Deutschlands und eine facettenreiche Clubkultur.
Die Stadt ist für die Musikindustrie nicht nur aufgrund hoher Absatzzahlen und einem Pool qualifizierter Arbeitskräfte als Standort interessant. Die räumliche Nähe zu Clubs und Musikveranstaltungen ermöglicht es den Musikunternehmen, Trends zeitnah aufzunehmen. Der Kontakt zur Szene erleichtert die Entdeckung und Vermarktung neuer KünstlerFace to Face“-Kontakte spielen in der Musikbranche trotz Internet nach wie vor eine elementare Rolle. Personengebundenes Wissen („tacit knowledge“) ermöglicht über Codes den Zugang zu Szenen, die wiederum für Authentizität und „Street Credibility“ stehen.
Last but not least zeichnet sich die Berliner Musikwirtschaft durch eine ausgeprägte Verknüpfung der Wertschöpfungsstufen, die Vernetzung mit anderen kreativen Branchen sowie eine starke internationale Ausrichtung aus.




