Der Fair Fashion Guide will ein Bewusstsein für nachhaltige Mode schaffen

17.07.2017

Die Textil- und Modewirtschaft wächst von Jahr zu Jahr und zählt zu den weltweit bedeutendsten ökonomischen Größen. Allerdings ist sie auch eine der Industrien, deren Schattenseiten für die Konsumenten nicht sichtbar ist: Neben den ökonomischen Auswirkungen des Massenkonsums hat er auch in den meisten Fällen ökologische Folgen. Der neu ins Leben gerufene Fair Fashion Guide soll nun helfen, ein Bewusstsein für die Hintergründe der Textilindustrie zu schaffen und Mode neu zu interpretieren.

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Von Nicole Hardt und Frederike von Wedel-Parlow im April konzeptioniert, soll der Fair Fashion Guide den Umgang mit Mode revolutionieren und dabei helfen, den Begriff der Qualität über die Textilien hinaus auf die gesamte Lieferkette und die Herstellungsbedingungen auszuweiten. „Der Fair Fashion Guide spricht in der Sprache einer modeinteressierten Zielgruppe und ist aufgemacht wie ein Magazin. Er bietet Inspiration und Anregung zu einem anderen Handeln und reduziert den Kunden nicht auf einen Käufer, sondern behandelt ihn als einen Akteur, einen Wertschätzer“, beschreibt Frederike von Wedel-Parlow die Idee hinter dem Fair Fashion Guide.

Ziel ist es vor allem ein Bewusstseinswandel beim Konsumenten, der seinen eigenen Konsum überdenken und über die Hintergründe und anfallenden Kosten der Modeindustrie aufgeklärt werden soll, damit Qualität langfristig nicht nur als Wertigkeit, sondern vor allem als Haltung verstanden wird, die den Wunsch nach nachhaltig produzierter Mode einschließt. Die beiden Macherinnen des Fair Fashion Guides wollen den Leser nach eigener Aussage vor allem durch das Spiel mit verschiedenen Ebenen, visuellen Komponenten und detaillierten Artikeln ansprechen.

Der Fair Fashion Guide gibt einen Blick auf die Modewelt in Zahlen, die tatsächlichen Kosten der Mode und die Verteilung des Gewinns, stellt den Kleiderschrank der Zukunft vor und gibt Verbrauchern Tipps zum fairen Konsum. Darüber hinaus wird die komplexe Lieferkette der Modeindustrie vorgestellt, die Perspektive der Textilindustrie beleuchtet und Internetportale empfohlen, die öko-faire Kleidung vertreiben. Auf der Website des Guides kann man sowohl Expertenmeinungen in Videobeiträgen hören als auch entsprechende Mode über die eingebettete Plattform Getchanged finden.

Eine Fortsetzung des Projekts ist übrigens in Planung. „Es gibt so viele spannende Themen und Geschichten aus den einzelnen Bereichen zu erzählen.“, so Nicole Hardt und Frederike von Wedel-Parlow.