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Hintergrund Kommunikationsnetze und -dienste

Als Metropole ist Berlin in hohem Maße auf Medien, Kreativ- und IT-Wirtschaft ausgerichtet. Forschung und Entwicklung, öffentliche und unternehmensnahe Dienstleistungen prägen das Kommunikationsverhalten und den Bedarf nach einer hochwertigen und leistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur.

Breites Serviceangebot

Das Angebot und der Wettbewerb auf dem Berliner Telekommunikationsmarkt gewährleisten aktuell eine gute Telekommunikationsinfrastruktur für die Stadt: Neben der Deutschen Telekom (DTAG) haben sich in Berlin zahlreiche Wettbewerber etabliert: Berlin verfügt im Festnetzbereich heute über zwei Kommunikationsinfrastrukturen, die in Konkurrenz stehen: Das Kupfernetz der DTAG, mit dem alle Berliner Haushalte (rund zwei Millionen) erreicht werden, sowie das Koaxialkabelnetz der TV-Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, TeleColumbus und kleinerer Anbieter, das heute bereits 1,2 Millionen Wohneinheiten versorgt.


Auf dem Teilnehmeranschlussnetz der DTAG findet intensiver Wettbewerb statt: Die Deutsche Telekom bietet nahezu flächendeckend in Berlin ADSL mit bis zu 16 Mbit/s und in weiten Teilen der Stadt VDSL mit einer Übertragungsrate bis zu 50 Mbit/s im Download an. Drei alternative Netzbetreiber – Arcor, Versatel und Telefonica – nutzen dieses Netz fast flächendeckend für eigene Angebote an Endkunden. Diese drei Unternehmen haben nahezu alle der insgesamt 144 Hauptverteiler (HVt) im Land Berlin mit ihren eigenen Backbone-Netzen erschlossen, teils über eigene Glasfasertrassen, teils über gemietete Leitungskapazitäten. Auf diesem Teilnehmeranschlussnetz wird heute ADSL mit einer maximalen Bandbreite von 16 Mbit/s angeboten, wobei 6 Mbit/s zunehmend als Standardangebot bezeichnet werden.


Ausbau der Berliner Breitbandversorgung

Neue Glasfaser für den Wohnungsbau

Kabel Deutschland und die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau versorgen ab dem 1. Januar 2012 das Märkische Viertel und das Weddinger Quartier Schillerhöhe erstmals in Berlin über ein Glasfaser-Breitbandnetz – sowohl in der Netzebene 3 als auch in den Hausverteilernetzen, der Netzebene 4. Den Mietern stehen bis zu 100 digitale TV-Kanäle zur Verfügung. Außerdem können Kunden über das moderne Kabel-Glasfaser-Netz mit zu 100 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit versorgt werden. (mehr)


In der Gropiusstadt im Südosten Berlins entsteht bis Sommer 2012 ein zukunftsträchtiges und innovatives Telekommunikationsnetz der Hauptstadt. Im Rahmen eines deutschlandweit einmaligen Pilotprojekts werden in den nächsten Monaten über 4.000 Wohnungen mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet. Für Mieter hat das gleich mehrere Vorteile: Sie erhalten Zugang zur schnellen Glasfasertechnik, können zwischen mehreren Diensteanbietern wählen (Open Access-Modell). Das Energieunternehmen Vattenfall, das Wohnungsunternehmen degewo, das Telekommunikationsunternehmen Ericsson und der Plattformanbieter QSC betreiben das zunächst auf vier Jahre angelegte Projekt gemeinsam. (mehr)

Zwei weitere, vornehmlich  auf Geschäftskunden ausgerichtete Netzbetreiber – COLT und DNS:NET – haben in Berlin eigene Glasfasertrassen bis zu ihren Endkunden verlegt, nutzen jedoch in einigen Ausbaugebieten der Stadt ebenfalls das Teilnehmeranschlussnetz der DTAG zur Ergänzung der eigenen Infrastruktur. Von allen Netzbetreibern werden für Geschäftskunden ausschließlich im Projektgeschäft Bandbreiten zwischen 10 Mbit/s und 10 Gbit/s auf Glasfasernetzen angeboten.


Flächendeckende Funkversorgung

Im gesamten Stadtgebiet sind mobile Breitbandanwendungen über die UMTS-Netze der vier etablierten Mobilfunkbetreiber (Vodafone, T-Mobile, E-Plus, O2) im vollen Umfang nutzbar. Hierfür stehen innerhalb des Berliner Stadtgebietes fast 3.000 Standorte für ortsfeste Mobilfunkbasisstationen zur Verfügung. Zahlreiche Spezialanbieter wie e*message Wireless Information Service Deutschland (professionelle Pagerdienste und Bündelfunk), Sky-DSL (Telekommunikations-Breitband-Satelliten-Lösungen), portable DSL (funkgestützte Telekommunikations-Breitband-Lösungen) und Strato (Datacenter und Internet Service Provider) komplettieren das Angebot in Berlin.

Im März 2009 waren ca. 160 Berliner Telekommunikationsdienstleister bei der Bundesnetzagentur registriert. Zu den Telekommunikationsausrüstern am Standort Berlin gehören Motorola, Siemens, Nokia-Siemens-Networks, Teles, Texas Instruments, Tektronix, AVM, Aastra-DeTeWe, ADVAOptical, Corning Cable und ADCKRONE.


Breitband für alle

Die steigenden Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer stellen die Bereitstellung anforderungsgerechter fester und mobiler breitbandiger Telekommunikationszugänge in Zukunft vor neue Herausforderungen; es wird prognostiziert, dass spätestens bis Mitte des nächsten Jahrzehnts im Festnetzbereich Übertragungsraten von mehr als 50 Mbit/s erwartet werden. Im Rahmen der IT-Standortstrategie wird deshalb ein Fokus auf den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur gelegt. Nur Glasfasertechnologie gewährleistet zukunftssichere Breitbandversorgung im Festnetzbereich. Der Aufbau eines glasfaserbasierten Zugangsnetzes, das mindestens bis zum Gebäude (FTTB) und später bis zum Teilnehmer geführt wird (FTTH), muss in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden.
Parallel steht die Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration LONG TERM EVOLUTION (LTE) als Nachfolgetechnologie zu UMTS unmittelbar bevor. LTE ist in der Lage, Datenraten von bis zu 100 Mbit/s zu empfangen (Downstream) und im Sendebetrieb von bis zu 50 Mbit/s zu erreichen (Upstream). Die Einführung von LTE hat im Jahr 2011 begonnen. Zur Gestaltung des Einführungsprozesses und der Rahmenbedingungen wird frühzeitig der Dialog mit den Mobilfunkbetreibern gesucht.

Der Einsatz von Laptops und weiteren mobilen Endgeräten wie etwa PDAs, MP3-Player und Smartphones in Verbindung mit einem flexiblen mobilen Breitbandzugriff im Berliner Stadtraum gewinnt immer stärker an Bedeutung. Unterschiedliche Anwendungen wie Internetzugriff, Navigation, Location-Basedservices, vernetztes Arbeiten, mobile Nutzung von Web 2.0 und Community-Angeboten sind dabei gefragte Einsatzgebiete.  Es werden Gespräche mit der Freifunkszene, Telekommunikationsanbietern und sonstigen Interessenten geführt, um Ansätze zur Verbesserung des WLAN- Angebotes in Berlin zu identifizieren und voranzubringen.


Kontakt

Michael Pemp
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung
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