Die Motorradsportgruppe der Berliner Polizei
Profis, die reine Amateure sind - und das schon seit über 55 Jahren!
Die Motorradsportgruppe der Berliner Polizei (kurz "MoSpoGru") hat inzwischen mehr als 1000 Auftritte rund um den Globus absolviert: Vorstellungen in Berlin, in den alten und neuen Bundesländern, in Holland, Belgien, Polen, Schweden, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Südafrika, Kanada, Japan und in den USA kennzeichnen den Erfolgsweg dieser Artisten auf zwei Rädern.
Durch ihr breites, abwechslungsreiches Repertoire, gespickt mit sportlich akrobatischen Höchstleistungen, geschmückt mit einigen Weltrekorden, war und ist sie bei vielen Veranstaltungen Publikumsmagnet.
Hervorzuheben ist, dass es sich bei den mehr als 30 Mitgliedern der Truppe (darunter auch Frauen) nicht um Profisportler handelt!
Es sind Mitarbeiter aus allen Aufgabenbereichen der Berliner Polizei, die alltäglich ihren Dienst bei ihren Stammdienststellen versehen und sich nur zu den Veranstaltungen zusammenfinden.
Der Auftritt der Motorradsportgruppe, moderiert von ihrem langjährigen Leiter Georg "Schorsch" Franke, ist immer wieder spannend und unterhaltsam; eine knapp halbstündige Artistikschau auf und mit Motorrädern.
Die Acht-Mann-Kopfstandpyramide, die Mühle, das Fünfer-Karussell, der Rotor, die große Leiter, das Geisterkrad, der Balanceakt bei angehobenem Seitenwagen oder das Springen über im Kopfstand stehende Kolleginnen und Kollegen sind nur einige der Highlights aus dem reichhaltigen Repertoire.
Ein absoluter Höhepunkt ist eine sechsminütige Nachtschau, das so genannte "illuminierte Korsofahren".
Zwei Weltrekorde im "Pyramidenfahren" haben die Berliner Zweiradakrobaten bereits aufgestellt:
In der Fernsehsendung "Wetten, dass..." im Jahr 1994 waren es 83 Mann auf neun Motorrädern, vier Jahre später anlässlich der Veranstaltung "150 Jahre Schutzmannschaft" in Berlin hielten sich dann sogar 50 Personen (46 Männer und vier Frauen) auf nur einer Maschine!
Der Fahrzeugpark der Gruppe umfasst 30 schon "pensionierte", hochbetagte BMW-Polizeimotorräder der Baujahre 1951 bis 1964, davon vier Seitenwagengespanne, eine BMW K 100 (Baujahr 1984) sowie zwei Motocross-Maschinen als Dauerleihgaben der Firma Kawasaki.
Die kleinste BMW der Welt gehört auch dazu - es ist ein Eigenbau, 50 cm hoch, mit 600 ccm Hubraum, 32 PS und 110 km/h schnell.
Alle Auf- und Anbauten, insgesamt 25 Gestelle aus Flach- und Rohreisen, sind von der Gruppe selbst entworfen und gebaut worden.
Jedes Teil ist auf die verschiedenen Verwendungszwecke für die Vorführung zugeschnitten.
Gutes Material, Präzision, berechnete Belastbarkeit und problemloser, schneller Umbau während der Schau sind entscheidend für den Erfolg der einzelnen Programmnummern.
Allein die Gewichtsbelastung der Motorräder ist enorm. Bei einigen Übungen befinden sich jeweils mehr als zehn Mann auf einem Motorrad.
Wenn man bedenkt, dass die Maschine beim Weltrekord (50 Mann auf einem Motorrad) mit 3,7 t belastet und dann 57 m weit gefahren wurde, ist das fast unglaublich!
Die "MoSpoGru" tritt bei Sportveranstaltungen jeder Art, Stadtjubiläen, Paraden, Volksfesten, Polizeischauen, Tattoos, in Fernsehshows und bei ähnlichen Anlässen auf. Die anfallenden Auftrittskosten müssen aber von dem jeweiligen Veranstalter bezahlt werden.
Der notwendige Kraftstoff für fünf Lkw, einen Bus und einen Kleinbus, das Teiltagegeld für 35 Polizeiangehörige nach dem Bundesreisekostengesetz, eine Versicherung und auch Übernachtungen und Verpflegung der Gruppe müssen finanziell vom Veranstalter getragen werden. Dies wird zwischen dem Land Berlin und dem Veranstalter vertraglich geregelt.
Eine Fahrt zu einem Auftritt z.B. in den Raum Köln würde ca. 2.200 Euro an Kosten verursachen; der Betrag muss dann vorab an die Landeshauptkasse Berlin eingezahlt werden.
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